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15. August 2012

Interview mit Matthew MaConaughey und Channing Tatum

Magik Mike: "Beim Strippen geht es um die Show"

TICKET-INTERVIEW: Matthew MaConaughey und Channing Tatum über die Komödie "Magic Mike".

  1. Channing Tatum Foto: dapd

  2. Da jubeln die Damen: Szene aus dem Film „Magic Mike“ Foto: dpa/dapd

  3. M. McConaughey Foto: dpa

"Magic Mike" entführt in die Welt männlicher Stripper, die sich vor einem weiblichen Publikum rekeln. Dafür mussten einige der schönsten Männer Hollywoods ran! Regisseur Steven Soderbergh fand mit Matthew McConaughey (42) und Channing Tatum (32) zwei Idealbesetzungen. Markus Tschiedert traf die Beiden.

Ticket: Mr. Tatum, Sie haben als Stripper gearbeitet. Sind Sie nur vor weiblichem oder auch vor männlichem Publikum aufgetreten?
Channing Tatum: In Florida gibt es eine Menge Schwulen-Clubs, weil es eine Art Mekka für Homosexuelle ist. Manche Jungs sind auch dort aufgetreten – nicht als Stripper, sondern als Go-Go-Tänzer.
Ticket: Was würden Sie sagen: Werden sich "Magic Mike" mehr Frauen oder Männer ansehen?
Tatum: Ich denke, er wird eher das weibliche Publikum und nicht so sehr schwule Männer anziehen.
Matthew McConaughey: Na ja, worum geht es denn in dem Film? Ich meine, es ist viel Haut zu sehen, und zwar männliche Haut. Also wer auf Männer steht, wird davon angemacht. Da spielt die sexuelle Orientierung doch gar keine Rolle.

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Tatum: Es ist ein Film über Männer, die einfach nur Männer sein wollen. Insofern ist es ein Film sowohl für Frauen als auch für Männer.
McConaughey: Ich habe auch mit Männern gesprochen, die den Film gesehen haben und ihn lustig fanden. Es ist auch ein Buddy-Film, der davon handelt, was so viele von uns kennen. Man hat die Schule hinter sich, weiß nicht, wie es weitergehen soll und probiert einiges aus, um ein paar Dollar zu verdienen.
Tatum: Ich wusste zumindest, dass ich tanzen kann. Während dieser Zeit hatte ich sogar zwei Jobs, um mir etwas extra zu verdienen und mich von der Couch meiner Schwester zu erheben.
Ticket: Jetzt mal ehrlich, lag beim Dreh von "Magic Mike" nicht etwas Homoerotisches in der Luft?
Tatum: Nein! In unserer Crew gab es zwar auch einige, die schwul waren, aber auch die anderen Jungs hatten Spaß daran. Und genau darum ging es: Spaß und eine gute Zeit miteinander haben – egal, ob man nun schwul ist oder nicht. Ich habe sogar festgestellt, dass Frauen nicht aus sexueller Lust zu Stripper-Abenden gehen, sondern weil sie Spaß daran haben, ihre Freundinnen in peinliche Situationen zu bringen, die ganz rot werden.
Ticket: Was hat ein Stripper mit einem Schauspieler gemein?
Tatum: Bis auf die Tatsache, dass beide auf der Bühne stehen, sehe ich keine weiteren Gemeinsamkeiten.
McConaughey: Beim Strippen geht es nur um die Show. Man geht da raus und macht so, als wäre es das Tollste auf der Welt. Doch sobald man wieder hinterm Vorhang verschwindet, bricht man in Gelächter aus.
Tatum: Schauspielern hat viel mit dem echten Leben zu tun, Strippen ist eher eine Übertreibung.
Ticket: Ist in beiden Fällen aber nicht eine gewisse Eitelkeit erforderlich?
McConaughey: Beim Strippen wird mehr Eitelkeit verlangt, weil es um den puren Kommerz geht. Jeder von den Jungs sollte in bester Kondition sein, je besser sie aussehen, desto mehr Geld machen sie. Und was müssen sie dafür machen? Sie rennen ins Fitnessstudio, müssen ihre Haut bräunen und wachsen lassen, um besser auszusehen, als sie es normalerweise tun.
Ticket: Wie wichtig ist es Ihnen persönlich, in Form zu bleiben?
McConaughey: Ich bin schon jemand, der in guter körperlicher Verfassung sein will. Dadurch fühle ich mich so viel wohler und auch geistig geht es mir besser.
Tatum: Mir ist es egal, wie ich aussehe. Mal bin ich athletisch, mal habe ich zehn Kilo zu viel drauf. Solange ich das Gefühl habe, dass ich vor der Kamera gut spiele, bin ich glücklich. Mir ist es egal, wie ich im Spiegel aussehe.
Ticket: Erzählt "Magic Mike" die ganze Wahrheit über die Welt der Stripper?
Tatum: Nein, es ist eine sehr viel dunklere Welt als es in unserem Film geschildert wird. Ich war 18 und ein verrückter Kerl, als ich damit anfing. Ich habe die Gefahr gesucht, hätte mir auch die dunkle Seite des Mondes angeguckt, um Sex, Drugs and Rock’n’Roll zu bekommen. Glücklicherweise bin ich rechtzeitig wieder ausgestiegen, um nicht abhängig zu werden.
Ticket: Mögen Sie es, wenn eine Frau vor Ihnen strippt?
McConaughey: Also ich bin nicht so der Fan davon, aber letztendlich muss das jeder für sich selbst wissen.

Autor: tsc