"Eine Rarität auf diesem Niveau"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 07. September 2018

Radsport

BZ-INTERVIEW mit Christoph Kindle, der zusammen mit Alexander Gut von den Racing Students das Radrennen in Mahlberg am Freitagabend veranstaltet.

RADSPORT. Das Kippenheimer Rennkonzept Racing Students veranstaltet am Freitag ein Rennen in Mahlberg. Nach den Veranstaltungen in den Jahren 2011 in Friesenheim, 2012 in Kippenheim, 2013 in Ettenheim und 2016 in Mahlberg ist dies das fünfte Rennen des Teams. Alexander Gut und Christoph Kindle von den Racing Students bleiben dem Gedanken treu, den Sport auf einer kurzen Runde im Stadtkern zu den Menschen zu bringen. Am Start ist das Team Belle Stahlbau, das früher unter dem Namen Racing Students unterwegs war. Darüber hat sich Uwe Schwerer mit Christoph Kindle unterhalten.

BZ: Das Team, das sich als Racing Students einen glänzenden Ruf erworben hatte, heißt mittlerweile Team Belle Stahlbau, aber als Veranstalter des Rennens in Mahlberg tritt das Kippenheimer Rennkonzept Racing Students an. Die Racing Students gibt es also noch. Können Sie uns das Mal erklären?
Kindle: Das ist relativ einfach. Diese Idee und das Konzept der Racing Students, das die regionalen Sponsoren, die Hochschulen, die jungen Sportler betrifft, besteht unverändert. Die Kindle & Gut GbR ist Träger der Racing Students, unser Bundesligateam fährt eben jetzt unter dem Namen Belle Stahlbau. Wir haben einerseits das Rennteam und andererseits die Organisation.

"Es geht in erster Linie

darum, dass das Team

bezahlt werden muss."

BZ: Aber die Außenwirkung ist doch eine ganz andere, wenn die Radler nun nicht mehr als Studenten, sondern für eine Firma antreten?
Kindle: Uns war schon bewusst, dass Racing Students eine starke Marke war und sehr sympathisch daherkam. Aber es geht in erster Linie darum, dass das Team bezahlt werden muss. Wenn die finanziellen Mittel nicht mehr da sind, gibt es das Rennteam nicht mehr. Wir haben nun einen Namenssponsor, der andere Sponsoren, die uns nicht mehr zur Verfügung stehen, auffängt. Er hat das Naming-Recht gekauft, ein durchaus üblicher Vorgang. Man muss auch sagen, in ganz Deutschland bei den Profis oder Elite-Amateuren gibt es kein Rennteam, das einen fiktiven Namen hat. Die fahren alle mit Firmennamen herum. Wir hatten als Racing Students in dieser Hinsicht lange ein Alleinstellungsmerkmal. Das war schon eine Rarität auf diesem Niveau.
BZ: Das Rennen wurde schon in Friesenheim, Kippenheim, Ettenheim und im Jahr 2016 zuletzt in Mahlberg ausgetragen. Was sprach erneut für Mahlberg?
Kindle: Dort haben wir einen extrem interessanten Kurs mit diesem Buckel in der Stadt. Wir wollen immer einen für die Zuschauer attraktiven Innenstadtkurs anbieten. In Mahlberg bekommen wir zudem ausgezeichnete Unterstützung durch Feuerwehr, Bauhof und vieles mehr. Wir haben das Gefühl, dass die Stadt diese Veranstaltung unbedingt haben möchte.
BZ: Welche Vorstellungen haben Sie von der Zahl der Zuschauer?
Kindle: Es gibt immer nur Schätzwerte, gezählt wird nicht. Letztes Mal sollen es in Mahlberg zwischen 2000 und 3000 Zuschauern entlang der gesamten Strecke gewesen sein. Wenn das Wetter mitspielt, werden wir diese Zahl wohl wieder erreichen.
BZ: Viele Rennen in der Region werden als Kriterium ausgefahren. Das Rennen in Mahlberg aber ist ein Rundstreckenrennen. Warum?
Kindle: Mit Ausnahme des ersten Jahres in Friesenheim haben wir unsere Rennen immer als normale Rundstreckenrennen ausgetragen. Denn wir haben hier nicht so das Radsportfachpublikum wie in anderen Gegenden. Wenn wir das Rennen als Kriterium veranstalten, dann verstehen das die meisten Zuschauer einfach nicht. Denn beim Kriterium kann einer gewinnen, der gar nicht als Erster über den Zielstrich rollt.
BZ: 2016 gab es mangels starker Konkurrenz einen souveränen Racing-Students-Sieg durch Jonas Tenbruck. Was erwarten Sie in diesem Jahr in sportlicher Hinsicht?
Kindle: In diesem Jahr ist die Konkurrenz stärker. Wir haben sieben Fahrer am Start, die das Rennen gewinnen können, darunter sind zwei von uns. Unser Ziel ist, aufs Podium zu fahren. Wir dürfen nicht erwarten, dass wir jedes Jahr unser Heimrennen gewinnen. Aber natürlich ist das möglich.
BZ: Wer sind dies beiden?
Kindle: Jonas Tenbruck und Marcel Fischer. Die Fahrer erwartet ein sehr anspruchsvoller Kurs. Wir haben auf den 60 Kilometern ungefähr 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Da kann nur ein bergfester Fahrer am Ende ganz vorne sein.
BZ: Wird das Heimteam sich wie üblich vorher darauf festlegen, für wen gefahren wird?

Kindle: Einer von den beiden hat realistische Siegchancen. Wenn sich sich eine Gruppe löst, die gut läuft, und einer von den beiden fährt in dieser Gruppe mit, dann ist klar, dann wird die Renntaktik entsprechend aif seinen Erfolg ausgerichtet.

Die Veranstaltung in Mahlberg beginnt um 17.15 Uhr mit dem gemeinsamen Rennen der Frauen und der Senioren. Um 18.30 Uhr fällt der Startschuss für das Hauptrennen der Elite-Männerklasse, das 50 Runden zählt. Die Strecke führt auf 1 200 Metern durch den Stadtkern.