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14. Januar 2014 14:57 Uhr

Mahlberg

Gefährlicher Kreisverkehr – Tabakpfeife muss weg

Das Landratsamt hat angeordnet, dass Mahlberg die Tabakpfeife-Skulptur auf dem Kreisel abbauen muss. Doch liegt der Kreisel eigentlich innerorts? Die Verwaltung lässt das prüfen.

  1. Gefährliches Hindernis? Die Mahlberger Tabakpfeife muss nach Auffassung des Landratsamtes weg. Foto: Klaus Fischer

Jetzt hat es die Stadt schwarz auf weiß vom Landratsamt bekommen: Laut Bescheid vom 9. Januar muss das Tabakpfeife-Logo auf dem Kreisverkehr bis Mitte Februar entfernt werden, wie am Montag in einer Gemeinderatssitzung bekannt wurde. Das will sich die Stadt nicht bieten lassen, der Widerspruch ist schon eingelegt. Er hat zumindest einmal aufschiebende Wirkung. Ein Gutachter ist eingeschaltet, das Ergebnis seiner Prüfung soll Ende dieses Monats auf dem Tisch liegen.

Dass das Stahlschild mit dem Pfeifenlogo nach Auffassung des Landratsamtes wegen der Verkehrssicherheit weichen muss, ist seit August vergangenen Jahres bekannt. Nach einer Verkehrsschau im März 2013 war das Schild als starres Hindernis und als Verkehrsgefährdung mit möglicher Todesfolge eingeschätzt worden.

Diejenigen Fahrer, die zu schnell fahren, könnten von der Straße abkommen und gegen das Stahlschild prallen, hieß es zur Begründung. Ohne einen rechtsgültigen Bescheid wollte die Verwaltung aber nichts unternehmen. Dass sie den Beschluss so nicht hinnehmen will, hatte Bürgermeister Dietmar Benz schon mehrfach gesagt.

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Auch am Montag in einer Gemeinderatssitzung machte Benz zum wiederholten Male deutlich, dass er nicht einsehe das Schild wegen Autofahrern zu entfernen, die deutlich zu schnell fahren. Empört war er über die Ablehnung eines Vorschlags der Stadt, das Tempo von Süden her in Richtung Kreisverkehr mittels so genanntem Geschwindigkeitstrichter drastisch auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren, damit das Schild stehen bleiben kann.

Das sei aber nicht dazu geeignet, wie das Straßenbauamt das Ergebnis einer weiteren Verkehrsschau im September 2013 in dem Schreiben zusammenfasste. Die tatsächliche Gefahrensituation bleibe bestehen, ein Fehlverhalten von Autofahrern könne nicht ausgeschlossen werden. "Für Fahrzeugführer, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht verkehrsgerecht verhalten, bietet eine Reduzierung ohnehin keinen Sinn", heißt es weiter.

Der Unvernunft von Rasern will Dietmar Benz nicht Rechnung tragen. Den Widerspruch hat er von einem Freiburger Rechtsanwaltsbüro "unterfüttern lassen", wie er sagte, ein Gutachter sei eingeschaltet und derzeit mit der Prüfung beschäftigt. Parallel dazu will er prüfen lassen, wo in Mahlberg die Ortsdurchfahrt beginnt. Das weiße Schild mit der Aufschrift "OD" stand früher in der Mahlberger Kirchstraße in etwa auf Höhe der Gärtnerei Kiesel und war wohl um das Jahr 2005 im Zug der Erschließung des Neubaugebiets Lachenfeld und des Baus des Kreisverkehrs entfernt worden, wie er vermutete.

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt: Für Kreisverkehre gibt es je nach Lage unterschiedliche Regelungen. Sollte die Ortsdurchfahrt nun aus südlicher Richtung her vor dem Kreisverkehr liegen, befindet sich dieser innerorts. Davon verspricht sich der Bürgermeister laut Aussage vom Montag lockerere Vorschriften beziehungsweise einen Pluspunkt. Das könnte seiner Auffassung nach die entscheidende Frage sein.

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Autor: Irene Bär