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28. Januar 2012
Fressen oder gefressen werden?
Trainer Christian Streich glaubt zu wissen, was den SC Freiburg in Mainz erwartet: ein aggressiver Gegner.
FREIBURG. Der Rückrundenauftakt ist dem SC Freiburg beim 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg geglückt. Die Herausforderung, die auf die Breisgauer im Auswärtsspiel beim FSV Mainz wartet, dürfte jedoch ungleich schwieriger sein. Zum einen, weil die Rheinhessen über mehr fußballerisches Potenzial verfügen als die Augsburger. Zum anderen, weil der Gegner speziell in Heimspielen für seine aggressive Spielweise bekannt ist. "Die Mainzer wollen uns auffressen", hatte SC-Coach Christian Streich bereits vorige Woche gesagt.
Bleibt die Frage, was dagegen getan werden kann. "Entweder, man hat so große Moral, dass man die Mainzer selbst auffressen kann", erklärt Streich. Wobei er seinem Team trotz neuer Stabilität eine derart gewagte Vorgehensweise noch nicht zumuten will. "Oder man muss ausweichen." Nicht im Sinne von Davonlaufen. Streich dürfte eher an taktische Mittel denken, wie man die Stärken des Gegners (Pressing, schnelles Umschalten nach Balleroberung) nicht zum Tragen kommen lässt: Sicheres und zügiges Pass-Spiel, um Ballverluste in Zweikämpfen zu vermeiden. Oder auch weite Diagonalpässe, um in Mittelfeldduellen nicht unter Druck zu geraten. "Wir geben uns Mühe, dass wir am Sonntag etwas richtig machen", verspricht Streich.Werbung
Mitentscheidend könnte sein, wie es den Freiburgern gelingt, den Ausfall von Johannes Flum zu kompensieren. Der bot gegen Augsburg im zentral-defensiven Mittelfeld eine starke Leistung, ist nun aber gelbgesperrt. "Fakt ist, dass ich nicht sagen kann, wie die Aufstellung aussieht", sagt Streich. Bis zuletzt wolle er mit seinem Trainerteam die Eindrücke in den verbleibenden Übungseinheiten sammeln, Argumente für und gegen einzelne Kandidaten sammeln – und ganz am Ende entscheiden. Für Flums Position kommen drei Akteure in Frage: Jan Rosenthal, Neuzugang Karim Guédé und Matthias Ginter, zuletzt gegen Augsburg gefeierter Torschütze. Bei Rosenthal hat Streich zuletzt auf dem Trainingsplatz viel Positives beobachtet. "Ich habe mich sehr gefreut, dass er mit breiter Brust aufgetreten ist", so der SC-Coach. Rosenthal käme durchaus auch für alle Mittelfeldpositionen in Frage. "Auch für die Sechs, wenn er in einer guten, stabilen Verfassung ist." Nachdem Rosenthal im Trainingslager in Spanien aber pausieren musste, kann dies eigentlich noch nicht der Fall sein. Für den Job vor der Abwehr dürfte er daher nicht in Frage kommen, seine Offensivqualitäten könnten dem Ex-Hannoveraner sehr wohl aber einen Platz weiter vorn in der Freiburger Startformation einbringen.
Für Karim Guédé spricht seine physische Präsenz. Wegen seiner Robustheit und seinem Engagement wurde er verpflichtet. Die Aggressivität des 27-Jährigen der der Mainzer entgegenzusetzen, würde durchaus Sinn ergeben. Allerdings ist Guédé nicht lange genug SC-Angestellter, um mit allen taktischen Abläufen vertraut zu sein. Bleibt Matthias Ginter. Eine der Stärken des 18-Jährigen ist seine Ballsicherheit. Ginter ist bekannt dafür, wenig Fehler zu machen, auch unter Druck fußballerische Lösungen parat zu haben. Allerdings fehlt es ihm an Erfahrung auf Bundesliga-Niveau. All das und noch mehr müssen Streich und Co. berücksichtigen, ehe sie eine Entscheidung treffen. "Ich bin aber froh, dass wir uns so viele Gedanken machen müssen, weil es zeigt, dass die Spieler leistungsmäßig sehr eng beieinanderliegen", ergänzt Streich.
Autor: René Kübler


