Am Brunnen hocken, bis es frisch wird

Rolf-Dieter Kanmacher

Von Rolf-Dieter Kanmacher

Mo, 13. August 2018

Malsburg-Marzell

Der Heimatverein Marzell lud ein / Sorgenkind Kneip-Stelle: Wasser droht zu versiegen.

MALSBURG-MARZELL (kn). Nach langen Hitzetagen hatte es am Freitag und Samstag im Oberen Kandertal doch kräftig abgekühlt. Aber die Sonne schien und so fand am Samstagabend die Einladung des Heimatvereins Marzell zu einem Dorf-und Brunnenhock wieder erfreulich guten Anklang. Dabei hatten die Veranstalter gut daran getan, den Hock wie in den Vorjahren wieder ein paar Meter vom 2015 eingeweihten Dorfbrunnen weg Richtung Eingang der Stockberghalle zu verlegen, wo der Verein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde die Anlage mit den Skulpturen von Hans Schaller neu gestaltet hat und auch pflegerisch betreut. Das war besser für die Bewirtung und von dort war auch der Spielplatz von den Kindern besser zu erreichen, ohne dass sie die Straße überqueren müssen. Die ersten Brunnenhocks des Heimatvereins fanden noch beim Brunnen am Rathaus statt, hatte der Verein für diesen doch eine stolze Summe beigesteuert. Nach einigen Jahren Pause nahm man die Tradition bei der Einweihung eines vom Verein gestifteten Holzbrunnens, dem Vorläufer des jetzigen Brunnens, bei der Haltestelle Stockberghalle wieder auf.

Besonders auch Radtouristen registrierten in den heißen Tagen, dass beide Dorfbrunnen trotz der Trockenperiode noch zuverlässige Wasserspender sind. Beide werden nicht über die öffentliche Wasserversorgung der Gemeinde, sondern aus privaten Quellen gespeist. Ein Sorgenkind des Vereins ist aktuell die Kneipp-Wassertretstelle, wo der Wasserzulauf gänzlich zu versiegen droht und im nächsten Jahr wieder größere, kostspielige Maßnahmen anstehen.

Gegen 19 Uhr füllten sich die Sitzplätze zusehends auch mit Gästen von außerhalb und die Helferinnen und Helfer des Vereins hatten einiges zu tun, um dafür zu sorgen, dass Hunger und Durst der Gäste gestillt wurden. Die Erwachsenen genossen es sichtlich, auch ohne ein spezielles Programm gemütlich "hocken" zu können und zu plaudern, die Kinder zog es zum benachbarten Spielplatz.

Als dann gegen 22 Uhr die Temperaturen in Marzell unter die 15-Grad-Marke sanken, leerte sich das Areal zusehends. Karlheinz Kiefer, Vorsitzender des Vereins, war mit der Resonanz durchaus zufrieden, auch angesichts der Konkurrenz durch andere Veranstaltungen. Kiefer betonte, dass der Heimatverein auf den Erlös aus Veranstaltungen angewiesen ist, um seine Bemühungen zur Dorfverschönerung fortsetzen zu können. Der Verein sei auch froh über die jüngeren Mitstreiter, die engagiert mitarbeiten. In diesem Jahr grüßt Besucher und Einheimische auch wieder der dort vom Verein angebrachte Blumenschmuck entlang der Kanderstraße, das Geländer ist erneuert.