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24. Januar 2012

Kraftwerkverband in roten Zahlen

Köhlgartenwiese in Schieflage / Neuer Vertrag mit Energiedienst.

  1. Aus dem eigenen Wasserkraftwerk im Köhlgarten bezieht der Verband etwa ein Drittel des jährlich in Marzell benötigten Stroms. Foto: Kanmacher

MALSBURG-MARZELL. Für den Netzbereich Malsburg bezieht die Gemeinde ihren Strom weiter vom Energiedienst. Der Gemeinderat stimmte jüngst einem entsprechenden Stromlieferungsvertrag zu. Dieser fußt auf dem Ergebnis einer entsprechenden Ausschreibung des Gemeindetages.

Die Gemeinde bezieht vom Energiedienst unter anderem für die Straßenbeleuchtung eine jährliche Strommenge von rund 220 000 Kilowattstunden. Nachdem im neuen Vertrag eine Minderung des Strompreises vom 1. Januar 2012 an um rund zwei Cent pro Kilowattstunde vorgesehen ist, betragen die jährlichen Kosten für den Strombezug rund 44 000 Euro.

Für den Netzbereich Marzell bezieht die Gemeinde den Strom vom Kraftwerk Köhlgartenwiese im Kleinen Wiesental. Da die Gemeinde Miteigentümerin des Lieferanten ist, wurde hier keine Ausschreibung vorgenommen, das Kraftwerk Köhlgartenwiese passe sich ohnehin den jeweiligen Preisen des Energiedienstes an, hieß es im Gemeinderat. In diesem Zusammenhang wurde die aktuell schwierige Situation des Kraftwerkverbandes Köhlgartenwiese angesprochen. Bekanntlich hatte die Verbandsversammlung vor Kurzem, auch auf Antrag von Bürgermeister Gerd Schweinlin, beschlossen, die zunächst für 2012 geplanten Investitionen zurückzustellen, nachdem das vorläufige Jahresergebnis des Bezirksverbands für 2011 einen Verlust von knapp 88 000 Euro ausgewiesen hatte.

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Hervorgerufen wurde dieses Defizit vor allem durch außerplanmäßige Investitionen in verschiedenen Ortsnetzen. Bürgermeister Schweinlin verwies in der Sitzung auch darauf, dass die Jahresabschlüsse für die Jahre 2008 bis 2010 noch ausstehen und dass kurzfristig ein Darlehen in Höhe von 200 000 Euro zur Sicherstellung der laufenden Zahlungen aufgenommen werden musste.

Zum Frühsommer 2012 erwarte man die endgültigen Zahlen und damit Klarheit über die Finanzlage des Kraftwerkverbandes. Das Stromgeschäft sei schwierig, da mit dem zwischen Wies und Tegernau gelegenen Wasserkraftwerk nur etwa ein Drittel des benötigten Stroms erzielt werde, der Rest müsse – und das nicht ohne Risiken – auf dem Strommarkt zugekauft werden.

Interessant für die Verbraucher im Netzbereich Marzell dürfte die Mitteilung des Bürgermeisters sein, dass das Kraftwerk Köhlgartenwiese künftig monatliche Abschlagszahlungen erheben will, bisher erfolgten die Abschlagszahlungen noch im zweimonatigen Rhythmus.

Autor: Rolf-Dieter Kanmacher