Sogar Gäste aus Belgien feiern das Patrozinium mit

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Von Rolf-Dieter Kanmacher & BZ-Redaktion

Mi, 22. August 2018

Malsburg-Marzell

Anneliese Leisinger, die das Marzeller Kirchlein betreut, hatte eine Urkunde mitgebracht, welche an die Grundsteinlegung 1953 erinnert.

MALSBURG-MARZELL (kn). Dass mehr Gläubige als sonst üblich in der 1954 der Mutter Gottes geweihten Marienkirche Marzell im Oberen Kandertal zusammenkamen, hatte seinen besonderen Grund: Man feierte wenige Tage nach dem eigentlichen Feiertag das Fest Mariä Himmelfahrt und damit das Patrozinium der Kirche. Neben den katholischen Christen aus dem oberen Kandertal und auch aus der benachbarten Stockmatt im Kleinen Wiesental sah man auch wieder viele vertraute Gesichter aus der Seelsorgeeinheit Kandern-Istein. Das sehr zur Freude von Pfarrer in R. Winfried Wehrle, (Bad-Bellingen), der den Festgottesdienst gestaltete und der auch Gottesdienstbesucher aus Belgien begrüßen konnte.

In der Marzeller Kirche finden regelmäßig und zumeist am Samstagabend Gottesdienste statt. Im Dachreiter befinden sich zwei Bronzeglocken. Die eine Glocke wurde 1905 von Benjamin Grüninger gegossen, die kleinere Glocke entstand 1663 in der Gießerei Hans Ulrich Roth, Basel, und hing später in der Friedhofskapelle in Kandern. Dreimal jeden Tag rufen die Glocken des Kirchleins die Marzeller zu Besinnung und Gebet.

Elke Keller bereicherte auch dieses Jahr wieder den Gottesdienst als meisterhafte Organistin und Sängerin, Wilhelm Leisinger war wie stets als Mesner und Lektor tätig. Anneliese Leisinger, sie betreut zusammen mit Sohn Wilhelm liebevoll das Kirchlein, hatte eine Urkunde mitgebracht, welche an die Grundsteinlegung im Sommer 1953 erinnerte. Pfarrer Adalbert Schnatterer, damals Seelsorger in Kandern, schrieb später: "Im Jahr der Grundsteinlegung am 26. Juli 1953 hatte die Diasporagemeinde Kandern einen Durchmesser von etwa 35 Kilometern (von Fischenberg am Köhlgarten bis nach Schallbach und Rümmingen reichend) mit 16 Gemeinden."

Seit der Zeit Karls des Großen (8./9. Jahrhundert) ist im deutschsprachigen Raum für das Fest Maria Himmelfahrt eine Kräutersegnung bezeugt, die es bis heute an vielen Orten gibt. Heilkräuter werden zu einem Strauß gebunden, in der Kirche gesegnet und dann zu Hause aufbewahrt. So heißt dieses Fest auch "Maria Kräuterweihe”, diese war auch am Samstag in Marzell in den festlichen Gottesdienst mit eingebunden.

Ein Stehempfang in Form einer "Teilete" schloss sich an, der dieses Jahr dank der guten Witterung wieder im Freien stattfinden konnte. Alles war unter der Regie von Familie Leisinger wieder bestens vorbereitet. Gerne nutzte die Gemeinde an den reich gedeckten Tischen die Gelegenheit zum Gespräch und Gedankenaustausch.