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21. April 2010 15:45 Uhr
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
Kurzarbeit "Null" für die nächsten 23 Monate haben für bis zu 153 von 413 Beschäftigten beim Malterdinger Spritzgießmaschinenhersteller Ferromatik Milacron. Mit dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Flamm sprach BZ-Redakteur Marius Alexander.
BZ: Wer wählt aus, welcher Mitarbeiter in Kurzarbeit "Null" gehen wird?
Flamm: Vorweg: Noch sind keine Verträge unterschrieben. Das heißt: Noch ist nichts endgültig. So wie es jedoch derzeit aussieht, wird die Auswahl von Kriterien wie in einem üblichen Sozialplan bestimmt: Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten, Kinderzahl, Schwerbehinderung/Gleichstellung. Daraufhin werden die Punktezahlen vergleichbarer Arbeitnehmer miteinander verglichen. Der mit der niederen Zahl wird dann in Kurzarbeit gehen.
BZ: Unterm Strich betrachtet: Wie hoch werden für die Mitarbeiter − Kurzarbeiter wie jene, die vollbeschäftigt bleiben − die finanziellen Verluste sein?
Flamm: Diejenigen, die in Kurzarbeit gehen, werden eine Nettoabsicherung in Höhe von bis zu 85 Prozent bekommen. Die anderen werden 2010 und 2011 auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie auf Lohnerhöhungen verzichten. Damit bringen sie eine Summe von etwa 2,5 Millionen Euro in den Betrieb ein.
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Flamm: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vieles hängt natürlich von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Aber: Das Unternehmen ist zwar saniert, doch es fehlt ein strategisches Konzept, um auch in Zukunft bestehen zu können. Im günstigsten Fall kommen alle jene Kurzarbeiter wieder zurück. Dennoch muss man sehen, dass die ganze Branche der Spritzgießmaschinenhersteller zu kämpfen hat. Es gibt einfach zu viele Anbieter. Deshalb denke ich, dass die Geschichte gut für uns ausgeht, wenn zwischen 50 und 100 der 153 Kolleginnen und Kollegen wieder zurückkommen können.
Autor: ius
