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11. Mai 2015

"Auf das gemeinsame Fundament blicken"

BZ-INTERVIEW mit Priester Karlheinz Kläger, der im September neuer Leiter der Seelsorgeeinheit March/Gottenheim wird.

  1. Karlheinz Kläger Foto: Fri

MARCH. Im September wird Pfarrer Karlheinz Kläger neuer Leiter der katholischen Seelsorgeeinheit March/ Gottenheim. Mit dem 39-jährigen Priester, der zurzeit noch als Kaplan in Oberkirch arbeitet, sprach BZ-Redakteur Manfred Frietsch.

BZ: Passt es in Ihre Lebensplanung, ab September hier in March und Gottenheim die Leitung einer Seelsorgeeinheit zu übernehmen?

Kläger: Am Samstag waren es fünf Jahre, dass ich zum Priester geweiht wurde. Nach der Priesterweihe ist es vorgesehen, fünf Jahre an zwei Stellen als Kaplan zu arbeiten. Ich war zunächst drei Jahr in Mosbach und bin jetzt im zweiten Jahr in Oberkirch, und im Februar habe ich mein Pfarrexamen abgelegt. Ich werde dieses Jahr auch 40 und denke, es ist jetzt Zeit, diesen Schritt zu gehen.

BZ: Wie kommen Sie jetzt auf March, haben Sie sich diese Stelle ausgesucht oder wurden Sie dazu berufen?

Kläger: Mit dem neuen Erzbischof gab es hier eine Änderung, dass Kapläne nicht mehr auf ihr erstes Pfarramt berufen werden, sondern sich dafür, wie bei späteren Wechseln, schon selbst bewerben sollen. Ich komme ja aus Endingen und es interessiert mich, was in der Region passiert. So bekam ich auch mit, dass sich hier etwas tut. Bei einem Gespräch in der Personalstelle des Erzbistums wurde mir dann auch March als eine mögliche Stelle vorgeschlagen. Daraufhin habe ich dann Kontakt vor Ort aufgenommen, auch mit Pfarrer Borek und Pfarrer Ramminger, und habe auch ein Gespräch mit dem Pastoralteam geführt. Auf die offizielle Ausschreibung im Amtsblatt der Erzdiözese habe ich mich dann beworben.

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BZ: Die Entscheidung ist nun gefallen. Ist das nun sehr rasch erfolgt, weil man nach dem Weggang von Pfarrer Borek eine frühe Klärung anstrebte?

Kläger: Nein, es ist zum jetzigen Zeitpunkt, Anfang Mai, eher normal, dass die Neubesetzungen, die meistens zum Beginn des Schuljahres erfolgen, geklärt werden.

BZ: In der Seelsorgeeinheit gab es zuletzt einige Unruhe, wie gehen Sie damit um?

Kläger: Es ist hier sicher Einiges zusammengekommen, angefangen mit den Ungewissheiten bei der Zusammenlegung beider früheren Seelsorgeeinheiten Gottenheim und March zum Jahresbeginn. Da gibt es manche Befürchtungen, keiner weiß so genau, wie alles wohl funktionieren wird, dazu kommen dann auch Meinungsverschiedenheiten auf. Mit der Neubesetzung kann man einen Neubeginn machen. Und dabei halte ich es für wichtig, mit den Menschen in Kontakt zu treten und auf das gemeinsame Fundament zu blicken, auf dem man weiter aufbauen kann.

BZ: Es gibt eine Auseinandersetzung zwischen Seiten, die sich gegenseitig als zu konservativ oder zu liberal und schon halb protestantisch kritisieren. Wo ordnen Sie sich zwischen diesen Polen ein?

Kläger: In meinen bisher fünf Jahren habe ich eigentlich nie erfahren, dass ich die eine oder die andere Seite völlig abschrecken würde oder keinen Zugang fände. Wir haben eine lange Tradition als Kirche und es gibt Glaubenswahrheiten, über die kann man nicht abstimmen. Über andere Dinge, wie zu Beispiel Formen, müssen wir schauen, wie wir da gemeinsam Wege ins Heute finde. Ich weiß schon, dass, wenn es Probleme gibt, schnell zu Schlagworten gegriffen wird. Ich halte es daher für wichtig, dass man miteinander im Dialog bleibt. Ich erlebe es, dass die Menschen offen sind, wenn sie merken, dass sie mit ihren Fragen ernst genommen werden – so wie ja auch ich ernst genommen werden möchte. Kommunikation ist ein beidseitiges Geschehen.

BZ: Werden Sie nun in der Zeit bis September schon Kontakt in die Seelsorgeeinheit haben?

Kläger: Ich werde die Zeit nutzen, um mich auch in den politischen Gemeinden vorzustellen. Es wird auch weitere Gespräche in der Seelsorgeeinheit und mit den evangelischen Kollegen geben.

BZ: Auch Pfarrer Ramminger, der jetzige Kooperator, wechselt zum Sommer. Wird es auch für ihn einen Nachfolger geben?

Kläger: Im Stellenplan ist vorgesehen, dass ein Priester als Kooperator kommen soll. Wann dies genau geschehen wird und wer es sein wird, dazu habe ich noch keine Informationen.

ZUR PERSON: KARLHEINZ KLÄGER

Kläger, Jahrgang 1975, stammt aus Endingen. Er lernte zunächst Maurer und schloss dann ein Studium als Bauingenieur ab. Als Spätberufener absolvierte er dann die Priesterausbildung. Fünf Tage nach seiner Priesterweihe am 9. Mai 2010 feierte er seine Primiz, den ersten von ihm geleiteten Gottesdienst, in seiner Heimatpfarrei in Endingen. Danach arbeitete er als Kaplan in Mosbach und in Oberkirch.  

Autor: fri

Autor: fri