Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

23. August 2010

Auf zwei Beinen für Marchs Senioren ein Zentrum

Erstes Sommerfest des Pflegeheims mit dem Seniorenzentrum.

  1. Beim Sommerfest des Pflegeheims und des Seniorenwohnzentrums wirkten auch Marcher Vereine mit, wie hier der MGV Neuershausen mit einem Auftritt im Hof des Pflegeheims. Foto: mario schöneberg

MARCH. "Wir wollen zusammen eine lang Zeit fröhlich sein", umschrieb Peter Baake, Leiter des Marcher Pflegeheims am Freitagnachmittag das Motto des ersten Sommerfestes der Einrichtung, das die Bewohner des Pflegeheims gemeinsam mit den Bewohnern der benachbarten Seniorenwohnanlage sowie Angehörigen und Freunden feierten.

Ein buntes Programm hatten sich die Organisatoren für den Nachmittag einfallen lassen, mit Programmpunkten vornehmlich aus der March, wie Hadwig Storch, die Leiterin des Seniorenzentrums, betont. Schließlich stammten die meisten Bewohner der Wohnanlage als auch des Pflegeheims aus der Gemeinde und da sei es schön, wenn auch Vereine und Künstler "von hier" das Programm gestalteten. Im Einzelnen sangen der Männergesangverein Neuershausen, es spielte Lothar Fleck auf seiner Drehorgel, Cornelius Obermeier führte Zauberkunststücke vor, Hans Werner musizierte auf dem Akkordeon und Kerstin August animierte die Anwesenden zum Mitmachen beim Sitztanz. Für die Verpflegung sorgte die siebenköpfige hauseigene Küchencrew des Pflegeheims unter der Leitung von Dietmar Hau, die Bewirtung übernahmen ehrenamtliche Helfer.

Werbung


Auch die Heimmitarbeiter hätten sich zu freiwilligen Diensten gemeldet, freut sich dessen Leiter Baake. Schließlich sei so ein Fest nur möglich, wenn ganz viele freiwillig mithelfen. Alle Gäste seien heute eingeladen, erläutert der Heimleiter, mögliche Spenden kämen dem großen Gartenteich hinterm Haus zugute. In seinen Geburtstag rein feierte bei der Gelegenheit auch Heinrich Neumann, der seit Samstag 99 Lenze zählt und damit derzeit nicht nur der erste, sondern auch der älteste Heimbewohner ist. Auch seine Verwandten aus Oldenburg waren extra zum Fest schon einen Tag früher gekommen.

Für ihn und seine Mitarbeiter sei das Sommerfest auch eine Art Teambuilding, erklärt Heimleiter Baake, es zeige deutlich die verbesserte Stimmung im Team. Und es solle ein Zeichen setzen für die intensivere Zusammenarbeit von Pflegeheim und Seniorenzentrum. "Es ist kein Geheimnis, wir hatten Probleme", betont auch Wolfgang Schäfer-Mai, Kreisgeschäftsführer des Freiburger Deutschen Roten Kreuzes, das Träger des Heims ist. "Aber wir haben die Probleme behoben, in der schwierigen Zeit viel mit den Angehörigen gesprochen und um Verständnis geworben und so die Zufriedenheit mit dem Heim deutlich erhöht". Indiz dafür sei auch, dass die 67 Heimplätze komplett belegt seien und es sogar eine Warteliste gebe. Gegen den ehemaligen Leiter seien sowohl das Strafverfahren als auch das Zivilverfahren wegen Unregelmäßigkeiten noch immer anhängig, daher möchte Schäfer-Mai sich hierzu nicht näher äußern. "Es waren zum Teil schlimme Erfahrungen, die wir hier mit dem ersten Heim im Kreisverband machen mussten, wichtig ist aber, dass nun Zufriedenheit und Ruhe eingekehrt ist".

"Wir wollen mit der Seniorenwohnanlage und dem Pflegeheim als Seniorenzentrum zusammenwachsen", betont Hadwig Storch. Die Anlage solle als Einheit gesehen werden, die große Terrasse sei auch tatsächlich die Brücke. Die Leiterin des Seniorenzentrums freut sich über die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen beim Fest. "Service-Wohnen für Senioren" treffe den Charakter des 2003 eröffneten Hauses mit seinen 35 Wohnungen eher als der antiquierte Begriff "betreutes Wohnen".

Autor: Mario Schöneberg