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20. Januar 2012
Bewegung für Herz und Verstand
Die Herzsportgruppe March feierte ihr 10-jähriges Bestehen / Wichtiges Angebot für Rehabilitation und Kontaktpflege.
MARCH. Sport ist gesund und beugt vielen Erkrankungen vor. Dieses Wissen ist mittlerweile Allgemeingut. Dass maßvolle sportliche Bewegung aber auch für kranke Menschen von großer Bedeutung ist, stellt die Herzsportgruppe March seit nunmehr 10 Jahren eindrucksvoll unter Beweis. Mit vielen Ehrengästen aber vor allem mit seinen aktiven Mitgliedern feierte der Verein in diesen Tagen seinen 10. Geburtstag im Bürgerhaus Buchheim. Deutschlandweit gibt es rund 6000 Herzsportgruppen.
Egal ob Infarkt, Herzoperationen wie beispielsweise ein Bypass oder andere Koronarerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern oder Angina Pectoris: Neben der täglichen Einnahme von teils starken Medikamenten werden alle Betroffenen in der Rehabilitation möglichst zeitnah zu speziell auf diese Erkrankungen abgestimmten Sportarten angeleitet. Denn das Herz ist nichts weiter als ein Muskel und gezielte Bewegung trägt dazu bei, das angeschlagene Organ zu stärken oder seine krankheitsbedingt verminderte Leistungsfähigkeit wieder zu erhöhen."Die Herzsportgruppen sind die Fortführung der Reha in Form eines Sportvereins", sagt Gründungsmitglied Herbert Fehr über den Ursprungsgedanken seines Vereins. "Zwischen Freiburg und Breisach klaffte bis zur Gründung unserer Herzsportgruppe ein großes Loch", berichtet Fehr über den Anstoß zur Vereinsgründung im November 2001. Er selbst war zum Herzsport die längste Zeit nach Freiburg gefahren. Dass die Herzsportgruppe eine Versorgungslücke geschlossen hat, beweist auch das Einzugsgebiet des Vereins, das weit über March hinaus reicht. Viele der rund 80 Mitglieder zwischen 49 und 85 Jahren kommen auch aus den Kaiserstuhlgemeinden, aus Gundelfingen oder Umkirch. "Herzsport ist ebenso wichtig wie die Einnahme der Medikamente", betont Herbert Fehr. Da es sich aber um sportliche Betätigung für kranke Menschen handelt, unterliegen Herzsportgruppen strengen Bestimmungen. So ist während der Übungsstunden stets ein Arzt anwesend und auch die beiden Trainerinnen der Herzsportgruppe verfügen über eine spezielle Herzsporttrainerlizenz. Neben geschultem Personal befindet sich in der Mehrzweckhalle Neuershausen, wo zweimal wöchentlich in zwei Leistungsgruppen trainiert wird, auch ein Defibrilator.
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Wer in welcher Leistungsgruppe trainiert, wird vorher durch das Krankenhaus oder den behandelnden Kardiologen festgelegt, erklärt Herbert Fehr. Von Gymnastik bis hin zu leichten Ballspielen reicht das sportliche Angebot. Neben der Bewegung ist aber vor allem auch der Austausch unter Gleichgesinnten ein zentraler Bestandteil des Vereinslebens.
Dass die Herzsportgruppe "wesentlich mehr ist als ein Ort für Sporttherapie" bestätigt auch der ärztliche Leiter des Vereins, Dr. Helmut Pröllochs, in seinem Grußwort. "Spaß haben und nette Leute treffen", beschreibt der Allgemeinmediziner die positiven Nebenwirkungen des Vereinslebens.
Wie wichtig der Herzsport aus medizinischer Sicht ist, betonte in ihrer Festrede auch die erste Vorsitzende der Herzsportgruppe, Adelheid Booz. Neben den Gästen aus der lokalen Politik, den Ortsvorstehern Adalbert Faller, Thomas Gerspach und Martin Kopfmann sowie Bürgermeister Josef Hügele, die den Verein beispielsweise durch die Nutzungserlaubnis für die Turnhalle stets unterstützt hätten, dankte Adelheid Booz auch ihren Vorstandskollegen, den Vereinsärzten, den Trainerinnen und vor allem den Mitgliedern.
"Sie sind mit ihrer wichtigen und wertvollen Arbeit tätig für die Menschen dieser Raumschaft", gab Bürgermeister Hügele den Dank zurück. Er überreichte der Vereinsvorsitzenden anschließend ein Geburtstagspräsent. Umrahmt wurde das Fest von den schwungvollen Klängen der Jugendmusikkapelle March mit ihrem Dirigenten Frieder Stoll.
Autor: Julius Steckmeister
