DRK trennt sich von Marcher Pflegeheimleiter

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 31. März 2010

March

Konflikt um Führung und Geld.

MARCH. Seit knapp einem Jahr ist das Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes an der Schwarzwaldstraße in der March in Betrieb. Doch dieser Betrieb läuft nicht ganz reibungslos. Der DRK-Kreisverband Freiburg, Träger des Heims, hat sich von dessen 53 Jahre alten Leiter getrennt. Über die Gründe gibt man sich in der Geschäftsstelle sehr wortkarg.

"Wir waren mit seiner Führung des Heims nicht einverstanden," sagt Geschäftsführer Wolfgang Schäfer-Mai. Mehr nicht. Denn es handele sich um ein laufendes Verfahren, über das man erst nach Abschluss reden wolle. Das habe mit Vertuschung nichts zu tun, denn es habe zu dem Thema bereits eine Mitarbeiterversammlung gegeben, und auch die Angehörigen der Bewohner seien informiert worden.

Schäfer-Mai will auch nicht bestätigen, dass der Verdacht bestehe, der Leiter könnte Geld veruntreut haben. Eine Strafanzeige ist jedenfalls bei der Freiburger Staatsanwaltschaft bisher nicht eingegangen. Festzustehen scheint nur, dass es zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen ist im Heim. Offen ist jedoch, ob dahinter Absicht oder fehlerhaftes Handeln des Heimleiters steht.

Auch der Marcher Bürgermeister und stellvertretende Vorsitzendes des DRK-Kreisverbandes Freiburg, Josef Hügele, will zu der Angelegenheit nichts sagen. Jedenfalls sei der Betrag, der in einem breit gestreuten anonymen Schreiben genannt wird, nämlich 200 000 Euro, deutlich zu hoch gegriffen.

Der gefeuerte Heimleiter war mit Eröffnung des Pflegeheims 2009 von Bad Säckingen in die March gewechselt. Im Werbeprospekt heißt es, es sei das Ziel des Heims, "Ihnen in unserem Haus einen neuen Lebensraum zu bieten, der Ihnen Schutz Ihrer Privatsphäre, Selbstbestimmung und höchste Qualität aller Hilfsangebote sichert". Laut Schäfer-Mai hatte der Heimleiter für dieses Ziel eher zu viel Personal beschäftigt. In dem anonymen Schreiben wird dagegen behauptet, viele Stellen seien nicht besetzt, worunter die Pflege der Bewohner leiden würde. Das sei falsch, so Schäfer-Mai. Die Heimaufsicht habe das Haus in seinem ersten Jahr kontrolliert und alles für gut befunden. Der Kreisverband war offenbar auch mit der Personalführung durch den Heimleiter nicht einverstanden. Das Heim hat derzeit eine kommissarische Leitung.