Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

26. Oktober 2010

Ein neuer Turm an alter Stätte

Auf dem Belvedere, dem höchsten Punkt des Englischen Gartens in Hugstetten, soll wieder ein Aussichtsturm errichtet werden.

  1. Modern gehalten ist der bislang favorisierte Entwurf für einen Aussichtsturm auf dem Belvedere im Englischen Garten in Hugstetten. Das einzige Bild, das von dem einstigen Turm existiert, ist eine Federzeichnung von Cécile Mendelssohn-Bartholdy. Sie hat sie während ihrer Hochzeitsreise 1837 in Hugstetten angefertigt. Foto: repro manfred kranz/privat

  2. Foto: repro

  3. Bewusst moderrn gehalten ist der bislang favorisierte Enwturf für einen kleinen Aussichtsturm auf dem Steinenren Fundament des Belvedere im Hugstetter Englsichen Garten. Foto: reporo manfred kranz

  4. Foto: repro

MARCH. Den höchsten Punkt des Englischen Gartens in Hugstetten zierte einst ein Türmchen. Das soll auch in Zukunft wieder so sein, jedenfalls ist dies die Idee des Heimatvereins March. Lothar Fleck, der seit Jahren die Pflege des Kulturdenkmals organisiert, hat bisher viel positives Echo auf dieses Vorhaben bekommen, nicht nur im Gemeinderat. "Ich bin optimistisch, dass nächstes Jahr schon ein Turm gebaut werden kann", sagt der frühere Ortsvorsteher von Hugstetten.

Beim letzten Aktionstag des Vereins Anfang Oktober beim Heimatmuseum, nur wenige Meter vor dem Zugang zu dem Parkbereich, hatte Fleck erste Entwurfskizzen für einen neuen Turmbau auf dem Belvedere (schöne Aussicht) genannten kleinen Hügel vorgestellt. Der Marcher Manfred Kranz hatte am Computer verschiedene denkbare Modelle entworfen. Und eines davon, das Fleck selbst auch sehr zusagt, fand besonders viel Zustimmung: 65 von 84 Besuchern des Aktionstags sprachen sich für dieses Modell aus. Es sieht eine von acht leicht geschwungenen, metallenen Stützen getragene Aussichtsplattform vor, die in der Mitte über eine Wendeltreppe erreichbar ist. Im Zentrum erhebt sich ein schlanker Mast, von einem Vogelhäuschen gekrönt. Dieses Vogelhäuschen soll in Miniatur den Originalturm wiedergeben, der im 19. Jahrhundert auf diesem künstlich auf der südöstlichen Spitze des Marchhügels aufgeschütteten Aussichtspunkt stand. Von diesem Originalturm gibt es nur eine frühe Skizze auf einer Panoramazeichnung, die kulturgeschichtlich von Bedeutung ist. Denn sie wurde einst von Cécile Mendelssohn angefertigt, als sie auf ihre Hochzeitsreise mit ihrem Bräutigam, dem Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, im Jahr 1837 die March und den damals neu angelegten Englischen Garten der Adelsfamilie Andlaw besuchten. Dieser Holzturm ging später verloren. Geblieben ist aber das achteckige steinerne Fundament, das von der Gemeinde im Zuge der Restaurierung des Englischen Gartens 2009 saniert wurde. Da der Park, von dem Teile in Privatbesitz sind, sich im Laufe der Zeit aber stark verändert hat, kommt eine Wiederherstellung des ohnehin nicht sicher belegbaren Originalzustandes nicht in Frage. Darum hatte auch das Landesdenkmalamt darauf gedrängt, eine Rekonstruktion des Originalturmes erst gar nicht zu versuchen, sondern etwas Neues zu wagen. Von den Besuchern des Aktionstages sprachen sich 6 für ein anders Modell aus und 13 für eine aus Metallröhren gebildete Konstruktion aus, die den Konturen der Federzeichnung von Cécile Mendelssohn nachgebildet ist. Inzwischen sind bei Fleck auch Vorschläge eingegangen, so etwas wie ein Denkmal zu errichten. Eine massive Steinsäule scheide aber aus statischen Gründen aus. Denn der kleine unterkellerte Hügel ist künstlich angelegt worden. Dagegen würden Türme, deren Last sich über Stützen auf die acht Ecken des restaurierten Sandsteinfundaments verteilen, keine statischen Probleme bereiten.

Werbung


"Die meisten Leute sagen, wenn da ein Turm hin soll, dann zum Raufgehen, um eine höhere Aussichtsplattform zu erreichen" gibt Fleck das bisherige Meinungsbild in Hugstetten wieder. Er will noch in diesem Jahr eine Entscheidung anstreben, welches Modell verwirklicht werden soll. Für den im Moment favorisierten Entwurf gibt es eine erste Kostenschätzung von rund 40 000 Euro. Die Gemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung, der Heimatverein muss sich um die Geldbeschaffung kümmern. Neben Reserven den Vereins setzt Fleck dabei vor allem auf Spenden. Schon jetzt haben ihm Bürger signalisiert, für ein Turmprojekt auf dem Belvedere Geld zur Verfügung stellen zu wollen. Und die Hugstetter Volksbankfiliale hat zu ihrem 130-jährigen Bestehen ein Spendenkässchen aufgestellt und so schon 250 Euro gesammelt. Die Entscheidung für einen Turmbau liegt letztlich beim Gemeinderat.

Info: Für Anfragen zum geplanten Belvedere-Turm steht Lothar Fleck zur Verfügung unter 07665/3139
.

Autor: Manfred Frietsch