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11. Februar 2011
Streit um den Englischen Garten
EIN WORT DAZU: Der Turmbau zu Hugstetten
Brücken verbinden, Häuser sind zum Wohnen da – aber Türme? Die wollen nur hoch hinaus, und Zeichen setzen – selten nutzbringende, wie ein Leuchtturm etwa. Türme sollen – ein typisch männliches Unterfangen – vor allem imponieren. So etwas ist eigentlich immer verzichtbar und geht manchmal schief – Pisa lässt grüßen! Also beweist die Mehrheit des Hugstetter Ortschaftsrats Bodenhaftung, wenn sie eines Aussichtsturm rigoros ablehnt. Denn schon die Bibel lehrt uns, zu was menschlicher Größenwahn führen kann, wenn er sich, wie einst in Babel, zum himmelstürmenden Turmbau versteigt!
Warnende Beispiele aus der Nachbarschaft hält auch die Gegenwart bereit. So haben sich auf der Eichelspitze im Kaiserstuhl gleich drei Gemeinden vom gefährlichen Turmbauvirus anstecken lassen und einen Aussichtsturm mitbezahlt – dabei gab es dort vor Jahrhunderten nur eine fromme Eremitenklause und nicht einmal, wie im Hugstetter Englischen Garten, einen Turmpavillon!
Um so mehr ist da die Standfestigkeit der Hugstetter Ortschaftsräte zu loben, wenn sie sich selbst vom Sirenengesang einer Finanzierung aus rein privaten Mitteln nicht umstimmen lassen. Und dass der Gemeinderat der ganzen March das anders sieht, heißt gar nichts – dieses Gremium hatte es ja auch fertiggebracht, vor drei Jahren für das Traumgespinst einer Sternwarte auf dem Marchhügel 4000 Euro aus Steuerzahlergeldern in den Nachthimmel zu blasen! Ein Grund mehr, jeglichen archtektonischen Spinnereien auf dem Hügel über dem eigenen Dorf ein kategorisches Nein entgegen zu setzen!!
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Das kleine Hügele über Hugstetten heißt übrigens Belvedere, zu deutsch: schöne Aussicht. Vielleicht nur, weil dort schon mal ein Türmchen war? Stünde ein solches wieder dort, was wohl würde man von ihm aus erspähen? Oh Schreck! Wieder so ein Turm – den des Freiburger Münsters...
Autor: Manfred Frietsch
