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26. Februar 2010
"Es wird Effizienzsteigerungen geben"
BZ-GESPRÄCH mit Christen Merkle über den Start am neuen Standort der Firma AHP Merkle im Gottenheimer Gewerbegebiet.
GOTTENHEIM/MARCH. Seit Anfang Januar produziert die Firma AHP Merkle nach ihrem Umzug aus March-Hugstetten im Gottenheimer Gewerbegebiet Nägelsee. Rund 7,5 Millionen Euro hat die 1973 gegründete Firma in ihr neues, rund 5600 Quadratmeter Nutzfläche umfassendes Domizil investiert, dessen Bezug heute offiziell gefeiert wird. Mario Schöneberg sprach mit dem 42-jährigen Geschäftsführer Christen Merkle, Diplom-Kaufmann und verheirateter Vater von sechs Kindern, über den Umzug und Investitionen in Zeiten der Krise.
BZ: Herr Merkle, die Firma AHP Merkle ist zum Jahreswechsel mit 120 Mitarbeitern nach Gottenheim umgezogen, fühlen Sie sich wohl am neuen Standort?Merkle: Ich meine, es ist schon schön hier, alles ist neu und modern. Das tolle ist, wir haben nun alles – Büro, Produktion, Entwicklung und Versand – unter einem Dach. Und wir sitzen nicht mehr so eng aufeinander, es gibt auch Rückzugsmöglichkeiten, zum Beispiel für Besprechungen. Aber es gibt natürlich auch viele Umstellungen, besonders ablauftechnisch. Da sehen wir noch einiges, was optimiert werden muss.
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Merkle: Der Umzug verlief extrem gut, wir haben am 18. Dezember noch in Hugstetten produziert und konnten schon am 7. Januar in Gottenheim loslegen. Das entspricht in Etwa unseren normalen Weihnachtsferien ; es war auch das Ziel, keine zusätzliche Zeit zu verlieren. Auch wenn am Haus noch gearbeitet wird, die Bauhandwerker haben gut mitgezogen. Die Logistik muss sich natürlich noch einspielen. Wir müssen hier neue Wege gehen, die Umstellung der Produktionsabläufe braucht Zeit. Dafür brauchen wir noch ein paar Wochen, aber dann wird es wirklich Effizienzsteigerungen geben.
BZ: Die neue Halle ist größer als die bisherigen drei, ist sie schon voll belegt oder gibt es noch Erweiterungsmöglichkeiten?
Merkle: Wir haben hier deutlich mehr Platz als bisher, doch die Maschinen sind nun auch anders gestellt. Aber es gibt noch interne Reserven. Und dann haben wir vorsorglich noch 10.000 Quadratmeter benachbarte Ackerfläche erworben, falls wir wirklich mal vergrößern wollen. Wir merken zwar, dass die Wirtschaft langsam wieder anzieht, doch ein weiterer Ausbau steht derzeit noch nicht zur Debatte. Das gleiche gilt auch für den Personalbestand, einzig die Lehrwerkstatt mit derzeit acht Auszubildenden wollen wir ausbauen. Auch, um mehr Konkurrenz unter den Lehrlingen zu schaffen und um auswählen zu können, wen wir übernehmen.
BZ: Was genau macht AHP Merkle und warum am Standort Gottenheim?
Merkle: Wir produzieren hochpräzise Hydraulikzylinder für den Werkzeug- und Formenbau sowie für den Sondermaschinenbau. Ein Kunde ist zum Beispiel die Firma Peguform in Bötzingen. Doch wir liefern auch ins Ausland, bester Kunde derzeit ist China. Unser Vorteil ist die Vielfalt, die Produktion kleiner Stückzahlen im Hochqualitätssegment. Dadurch ist auch die Gefahr von Plagiaten geringer als bei größeren Stückzahlen. Die Entscheidung für einen regionalen Standort für den Neubau lag auch an unseren guten Mitarbeitern vor Ort, da wollten wir nicht zu weit weg. Für Gottenheim sprechen zudem die gute Bahnanbindung und die neue B 31.
BZ: Was passiert mit den Liegenschaften in Hugstetten?
Merkle: Eine der Hallen, im Eschenweg 1, haben wir bereits verkauft; für die anderen Gebäude stehen wir derzeit in Verhandlungen mit Interessenten. Wir selber wollen sie nicht mehr nutzen und haben auch nicht das Ziel, die Gebäude zu vermieten.
BZ: Die Wirtschaftskrise, war das eine Chance oder eine Belastung für den Umzug?
Merkle: Wir haben den Umzug schon vor der Krise geplant und auch finanziert. Daher waren die Gelder und die Zinsen schon fix, nicht ganz so günstig, aber sicher. Die einzigste Frage war eigentlich nur, ziehen wir das Projekt Umzug trotz Krise durch. Letztlich sahen und sehen wir aber durch den neuen Standort mehr Chancen als Risiken.
Autor: schö
