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11. Januar 2012
Gottenheim setzt Neugestaltung fort
Bahnhofsachse, Tourismuskonzept und Integration der vielen Neubürger werden bei Neujahrsempfang als Hauptthemen genannt.
GOTTENHEIM. Auf ein ereignisreiches Jahr 2011 blickten die rund 200 Gäste des Gottenheimer Neujahrsempfangs am Montagabend in der Turnhalle zurück. Bürgermeister Volker Kieber kündigte dabei an, sich in diesem Jahr der Wiederwahl zu stellen.
Eine ganze Reihe von Ehrengästen konnte Bürgermeister Kieber begrüßen, nachdem der Männergesangverein den Empfang eröffnet hatte und bevor er seinen Jahresrückblick begann. Und gleich nach der großen Politik kam er dabei auf das Wirken der Vereine und Bürgergruppen zu sprechen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen und Projekten habe es 2011 gegeben, dieses Engagement könne sich für eine aktuell 2649 Einwohner zählende Gemeinde sehen lassen, meinte Kieber. Unter anderem sei so ein Buch mit Gottenheimer Erinnerungen entstanden, das sehr gut angenommen werde. Besonderes Lob bekam auch die Bürgergruppe "Alt und Jung begegnen sich" für ihre regelmäßigen Besuche im örtlichen Seniorenheim. Hier seien echte zwischenmenschliche Beziehungen entstanden, lobte der Bürgermeister, bevor er seine Mitbürger aufrief, sich in Vereinen und Bürgergruppen weiter zu engagieren.Werbung
Eigentlich hätte man 2011 in Gottenheim das 925-jährige Gemeindejubiläum feiern können, erklärte Kieber, doch auch so habe man viel zu tun gehabt. Die Sportplatzverlagerung sei mit einem Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro dabei das größte Projekt gewesen, das nun fast abgeschlossen sei. Im Mai werde die Einweihung gefeiert. Stolz war Kieber auf die neu angesiedelten Gewerbebetriebe. Die Ortsmitte sei zudem mit einem neuen Friseur, der neuen Verkaufsstelle der Winzergenossenschaft, dem Lokal im Bahnhofsgebäude und der sanierten Apotheke stark aufgewertet worden. Schade sei nur, dass das Lädele schließen musste. Den Bürgern dankte Kieber für ihre Mitwirkung bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit im Ort und für ihre Spenden, die erst die Sanierung des katholischen Gemeindehauses ermöglichten.
Viele tolle Ideen zur Tourismusförderung gebe es in einem von der Hamburger Fachhochschule Westküste erstellten Konzept, versprach der Bürgermeister für dieses Jahr. Weiterhin solle die Kleinkindbetreuung ausgebaut und die Umgestaltung der Bahnhofsachse in einem Bürgerbeteiligungsprozess in Angriff genommen werden. Zum Jahresende werde zudem wohl der neue Netto-Markt eröffnen und damit die Nahversorgung stark verbessern. Nicht zufrieden ist Kieber mit dem Planungsstopp für den Weiterbau der B 31. Hier werde er dranbleiben und wünsche sich, dass der Landesverkehrsminister sich die Sache mal vor Ort anschaue.
Für das Ende seiner Rede hatte sich Kieber seine Ankündigung aufgespart, dass er im Sommer für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister kandidieren wolle. Dies hatte er bereits am Samstagabend beim traditionellen Gottenheimer Schäufele-Essen der SPD verlauten lassen.
Den Dankesworten des Gemeindeoberhauptes schloss sich später auch der erste Bürgermeisterstellvertreter Kurt Hartenbach an, der die Wahl Kiebers zum Bürgermeister vor acht Jahren als "beste Entscheidung für Gottenheim" bezeichnete. Außerdem rief er alle Bürger am Ort auf, sich bei Vereinen und Bürgergruppen einzubringen. Vor allem die Neubürger im Baugebiet Steinacker-Berg wolle man gezielt ansprechen, um sie so in die Dorfgemeinschaft integrieren zu können.Vereinssprecher Clemens Zeissler kündigte an, dass in diesem Jahr die Narrenzunft ihr 60-jähriges Bestehen feiern werde. Der Angelverein werde 40 Jahre alt und seit 25 Jahren gebe es die Heimat- und Trachtengruppe. Höhepunkt des Jahres solle das Hahleraifest am zweiten Septemberwochenende werden.
Begeistert vom vielfältigen Engagement in einer doch relativ kleinen Gemeinde zeigte sich die Landtagsabgeordnete Gabi Rolland (SPD). Ähnlich sah dies auch Ingrid Winkler die Vorsitzende des Bürgervereins von Freiburg-Herdern, das eine Stadt-Umland-Partnerschaft mit Gottenheim verbindet. Frank Braun vom Gewerbeverein erinnerte an die Gewerbeschau im September, die trotz schlechten Wetters ein Erfolg gewesen sei und die Leitungsfähigkeit der Firmen bewiesen habe. Er rief die Bürger dazu auf, bei einheimischen Anbietern einzukaufen.
Autor: Mario Schöneberg
