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08. Dezember 2017

Macht auf die Tür...

Hinter der Stalltür von Familie Ganter in March leben drei Esel

Leo, Luna und Lea wohnen in March-Holzhausen - wenn sie nicht gerade auf Wanderschaft mit ihren Besitzern sind. Zu Weihnachten bekommen die Vierbeiner Karottenmüsli.

  1. Marianne und Richard Ganter aus Holzhausen können sich ein Leben ohne ihre Esel nicht vorstellen und auch die Esel gehen keinen Schritt weiter, wenn einer der Ganters fehlt. Foto: Claudia Bachmann-Goronzy

  2. Die Tür zum Eselstall Foto: Claudia Bachmann-Goronzy

Leo war der erste von insgesamt drei Eseln, die im Winter des Jahres 2004 ihr neues Quartier im Kleintiergehege beim Holzhauser Pferdegässle bezogen. Und da ein Esel alleine nicht glücklich sein kann, holten Marianne und Richard Ganter auch noch seine Mutter Lena und die Schwester Luna dazu. Seither genießen die drei ein glückliches Leben in dem weitläufigen Gehege und mit ihrer Familie.

Ihre Familie – das sind Marianne und Richard Ganter. Wenn die beiden von der Arbeit nach Hause kommen, werden sie von den grauen Vierbeinern mit einem herzlichen "J-A-J-A-J-A" begrüßt. Dann müssen sie erst mal die Stalltüre öffnen und die drei Esel streicheln und mit den Dreien kuscheln.

Seit vielen Jahren schon erfreut die Familie Ganter die Holzhauser Kinder mit ihrem Kleintiergehege. Regelmäßig kommen Kindergartengruppen vorbei und freuen sich, die Tiere so nah erleben zu können. Als Leo und seine Eselfamilie damals einzogen, lebten im Gehege auch noch Ivan, der Ziegenbock, und Lieselotte, sein weibliches Gegenstück. Die beiden haben mittlerweile jedoch leider das Zeitliche gesegnet. Einen Esel hatte sich Richard Ganter schon immer gewünscht, doch dauerte es einige Jahre, bis er sich diesen Wunsch erfüllte.

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Jedes Jahr geht es mit den Vierbeinern auf große Reise. Die erste Wanderung mit den bepackten Eseln führte die kleine Wandergruppe, auch Hund Amy war mit von der Partie, nach Minseln bei Rheinfelden. Sechs Tage waren sie unterwegs und es war nicht immer ganz einfach für die Zwei- und Vierbeiner eine passende Übernachtung zu finden. Aber geklappt habe es immer und dabei haben sie viele nette Menschen kennengelernt, berichten die Ganters. Im Jahr darauf wanderte der Eseltross ins Kinzigtal, um die Familie zu besuchen. Meist sei auf ihren Wanderungen auch mal ein Regentag dabei und Esel können ja bekanntlich auch mal sehr stur sein. Doch mit viel Überredungskünsten und liebevollem Umgang schaffen es Marianne und Richard immer, ihre Esel zum Weitergehen zu bewegen. Schwierig werde es nur, wenn einer die Gruppe verlässt, was einmal passiert sei. Marianne musste früher nach Hause, und als sie weg war, gingen die Esel keinen Schritt mehr weiter, ganz nach dem Motto "alle oder keiner". Da schlugen auch alle Versuche von Richard Ganter ins Leere. Schließlich musste er jemanden organisieren, der die Esel abholte. Das war den beiden eine Lehre.

"Esel sind nun mal Herdentiere und sehr treu", sagt Richard Ganter. Er liebt die grauen Eminenzen und kann sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. An Weihnachten gibt es auch mal ein paar Leckereien, wie Apfelpads oder Karottenmüsli, extra für die Vierbeiner. Nur eines bereitet ihm Sorgen: Esel können bis zu 50 Jahre alt werden, weshalb Ganter damit rechnet, dass sie ihn überleben werden.

Alle Texte unserer Adventsserie finden Sie unter mehr.bz/adventstueren

Autor: Claudia Bachmann-Goronzy