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15. November 2017

March behält Schulstruktur bei

Vorerst wird kein Konzept für eine Verbundschule erarbeitet.

  1. Die kleinste Schule: Die einzügige Grundschule Neuershausen zählt 79 Schüler, davon 23 Erstklässler. Foto: Manfred Frietsch

  2. Die Grundschule in Holzhausen hat mit 28 Schülern einen starken Jahrgang an Erstklässlern. Foto: Manfred FRietsch

  3. Die Grundschule in Hugstetten ist zwei- und dreizügig und zählt 45 Schulanfänger. Foto: frietsch

MARCH. Zur Zukunft der Schulstruktur in March hat der Gemeinderat keine Festlegung getroffen. In seiner Sitzung am Montag gab es keine Mehrheit für einen organisatorischen Zusammenschluss der drei Grundschulen und der Gemeinschaftsschule. Vier verschiedene Abstimmungsvorschläge aus den Reihen der Gemeinderäte fanden jeweils keine Mehrheit. Beschlossen wurde nun, dass Bürgermeister Helmut Mursa mit den Schulleitungen in einem Gespräch ausloten soll, inwieweit diese bereit sind, ein Konzept für eine Kooperation der Schulen zu entwickeln.

Die Ausgangslage

Unmittelbar vor der Ratssitzung hatte noch nicht öffentlich der Kulturausschuss des Gemeinderats getagt, ohne diesem aber einen Beschlussvorschlag vorzulegen. Noch im März hatte der Ausschuss sich für einen Schulverbund ausgesprochen, mit einer gemeinsamen Schulleitung. Der Gemeinderat vertagte aber im April eine Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte es aus den Kollegien der drei Grundschulen in Hugstetten, Holzhausen und Neuershausen sowie aus deren Elternbeiräten überwiegend Kritik an dem Vorhaben gegeben. Diese wurde im Sommer jeweils in schriftlichen Stellungnahmen bekräftigt. Der Gemeinderat beschloss dann, für die zwei Schuljahre bis zum Sommer 2019 die bestehende Struktur beizubehalten.

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Bei einem moderierten Dialoggespräch Anfang Oktober, an dem auch Eltern teilnahmen, waren inhaltliche Argumente für und gegen eine Verbundlösung gesammelt und verglichen worden. Diese fasste Bürgermeister Helmut Mursa in der jetzigen Sitzung nochmals zusammen. "Über eine Verbundschule kann nur entschieden werden, wenn dazu ein Konzept vorliegt", verwies er auf das Fazit der Dialogrunde. Ein solches Konzept könne die Gemeindeverwaltung nicht verordnen, es müsse von den Schulgremien entwickelt werden. Am Gemeinderat liege es, das weitere Vorgehen festzulegen.

Diskussion im Rat

"Für eine Zusammenlegung der Schulen besteht jetzt keine Notwendigkeit", befand Claudia Probst (SPD). Die Lage an den Grundschulen sei gut und die erst 2016 aus der Werkrealschule hervorgegangene Gemeinschaftsschule (GMS) sei noch geraume Zeit mit sich selbst beschäftigt. Derzeit zählt sie 171 Schüler, davon 68 in den zwei GMS-Jahrgängen. "Wie soll aber die Zukunft nach zwei Jahren aussehen?" warf dazu Bürgermeister Helmut Mursa ein. "Den Schulverbund irgendwann mal herstellen, das geht immer. Aber ihn wieder auflösen, wenn wir ihn jetzt einrichten würden, das ginge nicht", sah auch Adalbert Faller (Grüne) derzeit keinen Bedarf für eine solche Entscheidung. Johannes Baumgärtner und Alexander von Marschall sprachen sich dafür aus, den Grundschulen eine Kooperation nahezulegen, aber nicht, ihren guten Stand zu riskieren.

Barbara Laube-Steinhauser und Andreas Steiert (UBM) hingegen hielten das für zu wenig. Alle Schulen, also auch die Gemeinschaftsschule, sollten ein Konzept zur Zusammenarbeit erarbeiten, wobei dies für Steiert sich darauf ausrichten solle, wie und unter welchen Bedingungen ein Verbund funktionieren könne. Ihre Fraktionskollegen Rolf Lorenz und Marcus Seiler wollten dies aber zunächst auf die drei Grundschulen beschränken.

Bernhard Fischer (CDU) und Bernhard König (Grüne) hingegen sahen keinen Grund, jetzt an einem Konzept zu basteln. Thomas Gerspach (UBM) warnte, auf der jetzt guten Lage, auch bei der Lehrerversorgung, dürfe man sich nicht ausruhen. Auch deshalb sei man ja auf die Idee eines Schulverbundes gekommen, sowie wegen der Wechsel bei zwei Schulleitungen. Derzeit wird die größte Grundschule, in Hugstetten, kommissarisch geleitet; in der Gemeinschaftsschule wird die Leitung im Sommer 2018 vakant.

Fünf Abstimmungen

Schließlich gab es vier Abstimmungsvorschläge, die aber alle die Mehrheit von zehn Stimmen verfehlten. Für die von Fischer vorgeschlagene Aussetzung des Themas gab es fünf Stimmen. Für die Vorschläge, die Grundschulen zu Kooperationsgesprächen aufzufordern beziehungsweise zu einem Konzept eines Grundschulverbundes gab es je sieben Stimmen. Für den Vorschlag, alle vier Schulen ein Verbundkonzept beraten zu lassen, votierten acht Räte.

Nach einer Pause der von mehreren Eltern und Lehrern verfolgten Sitzung schließlich gab es 13 Stimmen bei fünf Enthaltungen für eine andere Variante: Demnach soll Bürgermeister Helmut Mursa zusammen mit einem noch auszusuchenden Schulexperten ein Gespräch mit den Schulleitungen der drei Grundschulen und mit GMS-Leiter Bernhard Wichmann führen, um, so Mursa "zu sondieren" welche Bereitschaft es dort gebe, an einem gemeinsamen Zukunftskonzept zu arbeiten. Danach soll das Thema wieder in den Gemeinderat kommen.

Autor: Manfred Frietsch