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18. Januar 2012

Marcher Räte wollen schneller weg von Öl und Gas

Gemeinderat will auch bei raschem Ersatz defekter Heizanlagen die Energiewende nicht ausblenden / Mehr Sitzungsgeld eingeplant.

MARCH. Eine Reihe kleiner Änderungen hat der Marcher Gemeinderat für den Verwaltungshaushalt des neuen Jahres beschlossen. Sie betreffen vor allem die Energieversorgung öffentlicher Gebäude, denn die Gemeinderäte drängen darauf, die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen voranzutreiben.

Für eine Flächengemeinde wie March mit vier Ortsteilen ist das Thema Energie so etwas wie eine unendliche Geschichte. Während die Nachbargemeinde Bötzingen mit ihrem Energiekonzept für die zentral in der Ortsmitte gelegenen Einrichtungen – Rathaus, Schulen und beide Hallen – einen großen Teil ihrer Gebäude mit einem System abdecken kann, muss March die Energiewende an vielen, auf die ganze Gemeinde verteilten Einrichtungen gleichzeitig anpacken. Die Umstellung auf neue Techniken, die dann auch entsprechende Planungen und Investitionen verlangen, die Zeit und Geld kosten, kann dabei mit akuten Problemen ins Gehege geraten.

Genau das ist der Gemeinde in diesem Winter passiert. Mitte Dezember machte die Heizungsanlage im Kindergarten Holzhausen schlapp. "Wir mussten sofort handeln, da mit Reparaturen nichts zu machen war" begründete Bürgermeister Josef Hügele seine später vom Gemeinderat abgesegnete Eilentscheidung, mit einem Brennwertkessel einen sofortigen Ersatz anzuschaffen. Die Anlage mit 50 Kilowatt Leistung sei dabei so dimensioniert, dass sie dem niedrigeren Energiebedarf des Kindergartens nach dessen umfangreicher Wärmedämmung im vergangenen Jahr angepasst sei. Andreas Steiert (UBM) und Adalbert Faller (Grüne) bemängelten dennoch die Entscheidung. Man hätte den Heizungsausfall auch mit einer Mietanlage überbrücken könne, meinten sie, um dann auszuloten, ob man auch eine alternative Energieversorgung, etwa mit Pelletsheizung und einer Solaranlage, einbauen könnte.

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Auch für den neuen Haushalt stand eine akute Entscheidung auf der Tagesordnung: In der Holzhauser Schule ist einer von zwei Kesseln in die Knie gegangen. Die Verwaltung schlug daher vor, 40 000 Euro zusätzlich für eine neue Schulheizung einzuplanen. Dem stimmten die Gemeinderäte zwar zu, aber mit der Maßgabe, auch die Möglichkeit für den Einsatz neuer Techniken zu prüfen.

Schließlich entschied sich der Gemeinderat auch auf Vorschlag von Steiert dafür, für die Planung des Neubaugebiets Kapellenweg in Neuershausen zusätzlich 10 000 Euro bereitzustellen, um auch den Einsatz eines Blockheizkraftwerks für dieses Neubaugebiet mit rund 20 Bauplätzen planerisch prüfen zu können.

Biotoppflege soll ökologischer und wirtschaftlicher werden

Eine ebenfalls ökologisch ausgerichtete Mehrausgabe von 7000 Euro beschloss der Rat auf Vorschlag von Franz Klott (CDU) für die Pflege von Biotopen und Wassergräben. Klott empfahl das Beispiel der Nachbargemeinde Umkirch, wo man zu einem regelmäßigen Pflegekonzept übergegangen sei und damit sowohl den ökologischen Wert steigere als auch auf lange Sicht auch Geld einspare.

Beschlossen wurden auch 2000 Euro Mehrausgaben für die Datenverarbeitung im Rathaus sowie auf Vorschlag von Martin Kopfmann eine Erhöhung der Verfügungsmittel für den Bürgermeister von 3500 auf 4500 Euro. Die mit sieben zu sechs Stimmen knapp ausgefallene Entscheidung hatte Kopfmann damit begründet, das die Ortsvorsteher – er hat dieses Amt für Holzhausen inne – mehr Spielräume für den Einsatz von Geldern haben sollten. Bürgermeister Josef Hügele wies aber daraufhin, dass der Einsatz der Verfügungsmittel nur über ihn laufen könne und immer belegt werden müsse.

Auf Vorschlag von Bernhard Fischer wurden auch beschlossen, für den Gemeinderat 25 500 Euro, und damit 2500 Euro mehr in den Haushaltsplan einzustellen. Damit soll die von Fischer vorgeschlagene Erhöhung des Sitzungsgelds pro Gemeinderat von 25 auf 30 Euro je Ratssitzung finanziert werden. Dies entspreche den Sätzen in anderen Gemeinden. Für eine Ausschuss-Sitzung soll es bei 20 Euro bleiben, Zudem erhält jeder Rat einen jährlichen Sockelbetrag von 250 Euro, der auf 300 Euro erhöht werden soll. Die neuen Sätze muss der Gemeinderat noch eigens beschließen.

Autor: Manfred Frietsch