Schüler bekommen Kontakt zu Firmenvertretern

Jenny Medow

Von Jenny Medow

Fr, 13. Oktober 2017

March

Bewerbungstraining für Neuntklässler im Jugendzentrum March.

BUCHHEIM/MARCH. Im Marcher Jugendzentrum traf am Dienstag die neunte Klasse der Gemeinschaftsschule auf vier Unternehmen der Region. Fragerunden mit Firmenvertretern und ein Bewerbungsrundlauf mit unterschiedlichen Stationen sollten den Schülern einen Vorgeschmack auf künftige Aufgaben geben.

Mit angespannten Mienen lauschten die Neuntklässler im Jugendzentrum March den Worten von Andreas Lang. Der Projektveteran vom Caritasverband klärte die Schüler im Stuhlkreis darüber auf, wie es für sie nach dem Abschluss weitergehen könnte. Von Lang stammt die Idee, ein Bewerbungstraining für Schüler anzubieten. Zusammen mit Thomas Bayer vom Jugendzentrum in March nahm das Projekt dann vor acht Jahren erstmals Gestalt an. "Wir arbeiten seitdem jedes Jahr daran, das Berufstraining weiter zu verbessern", sagte Bayer.

Am frühen Morgen haben sich bereits vier Unternehmen aus der Region im Jugendzentrum eingefunden. Vertreter der Firma Dachser, AHP Merkle, DM-Drogeriemarkt sowie der Stadt Freiburg beantworteten Fragen der Schüler und gaben Tipps rund um Bewerbung und Karriere.

Ab 10 Uhr folgte dann der Bewerbungsrundlauf. "Es gibt unterschiedliche Stationen. Eignungstests, simulierte Bewerbungsgespräche und auch Argumentationstraining – alles ist dabei", erklärte Thomas Bayer. Dies wurde unter anderen von Mitarbeitern des Jugendzentrums, zwei Vertreterinnen der deutschen Angestellten-Akademie Freiburg (DAA) und Heiko Treyer von der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit geleitet.

Gibt es Ausbildungstrends bei den Jugendlichen? Treyer sieht eine Tendenz zum Bürojob. Auch wenn die Noten schlecht seien, wollten immer weniger Jugendliche in einem handwerklichen Beruf praktisch anpacken, sagte Treyer. Positiv bewertet er die Stellenlage: "Auf einen Bewerber kommen 1,4 Stellen. Freiburg hat deutschlandweit außerdem die geringste Jugendarbeitslosenquote."

Unsicherheiten und Schüchternheit seitens der Schüler waren vor allem beim simulierten Arbeitgeberanruf und dem Bewerbungsgespräch spürbar. Nervöses Lachen, Verhaspler oder entfallene Wörter – alles Phänomene, die auch oft in echten Situation auftreten können.

Laut Klassenlehrerin Tanja Birk ist es für einige Schüler noch zu früh für Überlegungen zu Ausbildung und Arbeitsleben gewesen. Viele Unentschlossene würden erst einmal die Mittlere Reife ansteuern. Einige wenige wüssten hingegen schon genau, wohin es gehen soll. Daher seien den Wünschen der Schüler entsprechend bestimmte Firmen eingeladen worden, sagte Birk. Melanie möchte beispielsweise im Büromanagement arbeiten, während ihre Freundin Joanna lieber Zahntechnikerin wäre. Klassenkamerad Nico spielt zwar mit dem Gedanken, Kfz-Mechaniker zu werden, ist sich aber noch unsicher. "Man probiert ja erst einmal aus, was einem liegt. Bei der Veranstaltung heute bekommt man schon einmal einen guten Eindruck, was beim Bewerben wichtig ist", sagte der 16-Jährige.