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02. März 2010
Solarpark wird fest eingeplant
Ende Juni muss Strom fließen.
MARCH-NEUERSHAUSEN (fri). Der Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) ist fest entschlossen, auf dem früheren Eternit-Werksgelände bei Neuershausen einen Solarpark zu bauen. Bis Ende Juni soll die Anlage startbereit sein, unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt schon die angestrebte Bürgergenossenschaft als Teilhaber besteht.
Norbert Isele von der EnBW erläuterte im Neuershauser Ortschaftsrat den Stand des Projekts, das der Gemeinderat schon im Grundsatz gutgeheißen hat. Die EnBW will auf rund drei Hektar Fläche, die nach dem Abriss der alten Werksgebäude brach liegt, Reihen mit aufgeständerten Solarmodulen bauen. Sie sollen eine Kapazität von 1,4 Megawattpik haben, was dem Strombedarf von rund 400 Haushalten entspricht. Der nötige Bebauungsplan soll noch im Frühjahr erstellt und ebenso wird das Baurecht im Zuge des Baugenehmigungsverfahren schnell angestrebt. Bis Ende Juni muss die Anlage schon betriebsbereit sein. "Der Zähler muss installiert sein, der Strom muss fließen, aber das letzte Modul muss noch nicht eingebaut sein" erklärte Isele die Bedingungen, um die noch bis 30. Juni geltende höhere Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom beanspruchen zu können, die dann für 20 Jahre festgeschrieben würde.Werbung
Mit einer Bürgergenossenschaft will die EnBW Bürger als Mitinvestoren für die Anlage gewinnen. Dieses Modell hat die EnBW schon an anderen Orten meist für kleinere Anlagen auf Gebäudedächern entwickelt. Teilweise sind diese Anlagen komplett von den Genossenschaften finanziert worden. Im Fall von Neuershausen wird die EnBW den Löwenanteil der auf gut zwei Millionen Euro geschätzten Investition übernehmen. Die Genossenschaft werde in der Höhe ihres Investitionsanteils an den Erträgen der Anlage beteiligt werden, erklärte Isele. Auf eine Renditehöhe wollte er sich nicht festlegen, sah aber einen Wert von über 4 Prozent auf jeden Fall als realistisch an. Es gehe aber mit der Genossenschaft auch darum, die Bürger aktiv an dem Ausbau der regenerativen Energien zu beteiligen, erklärte Isele. So sollen die Genossenschaften vor Ort weitere Projekte angehen, sei es nun Blockheizkraftwerke oder kleinere Solar- oder Wasserkraftanlagen. Die EnBW sorge für die technische und administrative Unterstützung. Eine Infoveranstaltung vermutlich nach Ostern soll die Gründung einer Bürgergenossenschaft in March vorbereiten.
Matern Marschall von Bieberstein (CDU) erklärte, dass der Ortschaftsrat über den Fortgang der Planungen weiter informiert werden müsse. Bernhard Köing (Grüne) beklagte dazu, dass der Ortschaftsrat über das Thema erst auf einer Gemeinderatssitzung informiert wurde und sich dort nicht selbstständig beraten konnte. Der damals erkrankte Ortsvorsteher Hans-Rainer Kikisch erklärte, er hätte in diesem Fall eine Sitzungsunterbrechung beantragt, um im Ortschaftsrat diskutieren zu können. Bürgermeister Josef Hügele betonte, der Gemeinderat als Hauptorgan der Gemeinde müsse auch als erstes informiert werden. Es sei auch nicht um eine Bauentscheidung gegangen sondern darum, ein Signal zu geben, dass man das Projekt weiter verfolgen solle.
Autor: fri
