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07. Januar 2012

Viel Wirbel auf dem Bauernhof

Die Laienspielgruppe aus Neuershausen bot dem Publikum in der ausverkauften Festhalle "Das Schäferstündchen".

  1. Der Bauernhof bietet auch ein Wellnessangebot. Foto: Julius Steckmeister

MARCH-NEUERSHAUSEN. Die Neuershauser Laienspielgruppe hatte zum Theaterstück "Das Schäferstündchen" geladen und das Publikum kam. Die Festhalle war ausverkauft und geboten wurde ein Abend mit Lachgarantie.

Nein, die Bauerntochter aus der Nachbarschaft kommt für Sebastian junior (Philipp Lisenko) nicht in Frage. Sein Herz gehört längst Lissy Käfer (Sarah Wenhardt), einem Mädel aus der Stadt. Sehr zum Leidwesen seines Vaters Sebastian senior (Konrad Gutmann), der wenig Verständnis dafür zeigt, dass sein Sohn sich mit einer "Stadtkuh" abgibt. Aber die gute Seele des Hofes, Magd Josefa (Elvira Ritter), weiß, dass man Liebe nicht "verzwingen" kann.

Ebenfalls auf Unverständnis stößt Sebastian junior bei seinem Vater und dessen Nachbarn und Freunden Kurt (Werner Mick) und Egon (Paul Kremp) mit der Geschäftsidee, auf dem Bauernhof Fremdenzimmer anzubieten. Die drei Landwirte sind sich einig: Unser Dorf soll sauber bleiben - frei von Städtern und vor allem von "Fischköpfen"!

Aber Sebastian junior hat längst eine Anzeige geschaltet, Knecht Sepp (Patrick Kremp) kurzerhand zum Empfangschef ernannt, und erhofft sich so, endlich Geld für das heiß ersehnte Auto zu verdienen. Es dauert denn auch nicht lange, bis die ersten Sommerfrischler mit Sonnenbrillen und Liegestühlen, vor allem aber mit penetrantem Hochdeutsch auf dem Hof einfallen. "Empfangsknecht" Sepp entgeht es nicht, dass die ungleichen Gästepaare, die sich beide unter dem Decknamen Schäfer auf dem Hof einmieten, ein Geheimnis haben: Verheiratet sind die Pärchen zwar – nur eben nicht miteinander. Während der solide Geschäftsmann Karl Schädling (Heinz Lisenko) mit seiner Geliebten Petra Käfer (Dunja Scharnofske) auf den Bauernhof gereist ist, ist seine Frau Karoline (Marika Anderer) mit ihrem Geliebten Peter Käfer (Mike Reichel) auf dieselbe Idee gekommen. Und zu allem Überfluss sind Käfers Lissys Eltern ...

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Das programmierte Chaos, das sich aber schließlich zur Freude aller Beteiligten auf und vor der Bühne zu einem Happy End auflöst, bietet den Neuershauser Laienspielern die Folie, auf der sie ihre großartigen darstellerischen Leistungen genüsslich ausbreiten können.

Und wenn Sebastian senior und seine Freunde Kurt und Egon schließlich den weiblichen Reizen der Damen aus der Stadt erliegen und Magd Josefa, verärgert über ihren scheinheiligen Bauern, die Dessous an der Wäscheleine gegen lange Unterhosen austauscht, oder sich die männlichen Städter beim Stiermelken versuchen, haben die Schauspieler die Lacher auf ihrer Seite.

Unter der routinierten Regie von Heinz Lisenko stellen die Laienspieler auch in diesem Jahr wieder unter Beweis, was die insgesamt elfköpfige Theatergruppe auszeichnet: Neben fleißigem Proben vor allem Talent, perfektes Zusammenspiel und reichlich Sinn für Humor.

Belohnt wurden die Akteure auf und hinter der Bühne nicht nur mit anhaltendem Applaus, sondern auch mit einem besonderen Präsent des Mitveranstalters, der Guggenmusik "Blächschade". Aus der Hand von Kassierer Andreas Steiert konnte Regisseur Heinz Lisenko ein Plakat entgegen nehmen, das symbolisch für die neue Website des Laientheaters steht. Unter http://www.theatergruppe-neuershausen.de gibt es künftig alles Wissenswerte rund um die Spielwütigen.

Autor: Julius Steckmeister