Kino

Mark Hamill über „Star Wars“ und die Rolle seines Lebens: Luke Skywalker

tsc

Von tsc

Fr, 15. Dezember 2017

Kino (TICKET)

TICKET-INTERVIEW: Mark Hamill über "Star Wars" und die Rolle seines Lebens: Luke Skywalker.

40 Jahre ist es her, dass Mark Hamill als Luke Skywalker, damals 26, in "Krieg der Sterne" zum Weltstar wurde. Doch nach zwei "Star Wars"-Fortsetzungen verschwand der Kalifornier mehr oder weniger wieder von der Leinwand. Heute ist er 66 und kehrt als gea

lterter Luke Skywalker zurück. Nach dem Kurzauftritt vor zwei Jahren in "Star Wars – Das Erwachen der Macht" spielt er in "Die letzten Jedi", dem achten Teil der S ternensaga, als Luke eine Schlüsselrolle. Markus Tschiedert traf Mark Hamill zum Gespräch.

Ticket: Seit 40 Jahren kennt man Sie als Luke Skywalker. Empfinden. Sie ihn als Segen oder Fluch?
Hamill: Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass Luke Skywalker sich noch immer größter Beliebtheit erfreuen kann. Ich dachte immer, irgendwann wird er von jemand anderem abgelöst, und er selbst bleibt uns als eine schöne Erinnerung erhalten. Die Wahrheit ist aber, er wurde nie vergessen.
Ticket: Leider konnten Sie aber mit keiner anderen Rolle je wieder an diesen Erfolg anschließen...
Hamill: Das empfinde ich aber nicht als schlimm. Für mich ist es eine Genugtuung, zu wissen, dass die Kinder und sogar Enkel der ersten Fans selbst "Star Wars" lieben. So etwas gibt es wirklich nur selten.
Ticket: Jetzt sind Sie als Luke Skywalker auf die Leinwand zurückgekehrt. Jedoch erinnert Luke diesmal mehr an einen Messias als an einen Jedi. Wie sehen Sie das?
Hamill: Als ich das Drehbuch las, war ich über seine Wandlung sehr erstaunt. Luke repräsentierte doch stets die optimistischste, hoffnungsvollste Figur im "Star Wars"-Imperium. Doch schon im Trailer wirkt er ganz anders.
Ticket: Wie interpretieren Sie den Trailer zu "Die letzten Jedi"?
Hamill: Ein guter Trailer verrät nicht zu viel über einen Film – dieser hier konzentriert sich auf einen Punkt aus der Story: Für die Jedi ist die Zeit gekommen, ein Ende zu finden. Ich war über den Trailer selbst geschockt. Was ist bloß mit dem Jedi passiert, wie wir ihn kannten?
Ticket: Begrüßen Sie diese Veränderung Ihrer Figur?
Hamill: Wenn ich so darüber nachdenke, liegt ja eines der Probleme einer Filmserie darin, dass man den Zuschauern einerseits wieder das anbieten möchte, was sie damit verbinden – etwa die Figuren, Action oder Humor. Andererseits soll sich nichts wiederholen und das Publikum neu herausgefordert werden. Deshalb war auch "Das Imperium schlägt zurück" vor 37 Jahren so erfolgreich. Der Film hatte mehr Tiefgang als sein Vorgänger, war spiritueller und surrealer.
Ticket: Alle brennen danach, wie es mit Luke weitergeht, nachdem er am Ende des letzten Teils sein altes Lichtschwert wiederbekommen hat...
Hamill: Die Fans sind sowas von enthusiastisch, wollen jede Nichtigkeit wissen und glauben, ich würde mich mit nichts anderem beschäftigen. Wer mich daheim besucht, wird nicht ein Erinnerungsstück von "Star Wars" finden oder darauf kommen, dass ich damit überhaupt etwas zu tun hätte.
Ticket: Wann bekamen Sie 1977 mit, dass "Krieg der Sterne" gerade alle Rekorde bricht?
Hamill: Carrie Fisher, Harrison Ford und ich waren in Kanada, um dort den Film zu promoten, der gerade in den USA angelaufen war. Bei unserer Rückkehr standen am Flughafen Menschenmassen. Wir dachten, vielleicht war ja Mick Jagger an Bord, aber dann entdeckte ich eine, die Kleider trug wie Prinzessin Leia, und jemand, der wie Luke Skywalker aussah. Wir waren total überrascht, dass sich Fans sogar wie die Figuren im Film kleiden!
Ticket: Vor knapp einem Jahr starb Carrie Fisher. Das muss auch für Sie ein schmerzlicher Verlust sein...
Hamill: Absolut! Für Carrie lief doch gerade alles gut, sie war für einen Emmy nominiert und sollte im nächsten "Star Wars" einen noch größeren Part bekommen. Man wird sie nicht ersetzen können. Aber ich kannte Carrie, wäre sie jetzt hier, würde sie mich zum Lachen bringen. Das hatte sie mit ihrer leichten Art immer geschafft. Ich werde sie für immer vermissen.