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20. Dezember 2011
Umgang mit Schwingtüren
MARKTGEFLÜSTER: Auch das trägt zum Klima bei
Man kann an kleinen Gesten Charakterstudien treiben. Ein schönes Beispiel: Die Schwingtür. Es gibt die Menschen, die dem Nachfolgenden die Tür freundlich überreichen, wenn nicht gar aufhalten, im besten Fall mit einem klitzekleinen Lächeln. Das kostet nichts, in Wahrheit noch nicht einmal Zeit in einem messbaren Umfang. Und es gibt die anderen, die diese oft schweren Pendeltüren einfach fallen lassen, gern so, dass der hinter ihnen durch die Tür strebende Mitmensch nur knapp einer schmerzhaften Breitseite entgeht. Wenn man am Morgen im Lörracher Bahnhofsgebäude gleich zweimal einem Knockout durch eine zurückschwingende Tür um Haaresbreite entkommt, weil die Lady vor einem sie so demonstrativ fallen lässt, dann hat es der Tag schon ein bisschen schwerer, noch ein guter zu werden. Ja, dieses Thema ist tatsächlich ganz nebensächlich, eine Petitesse, aber eben solche Alltags-Winzigkeiten machen sozusagen klimatisch doch etwas aus. Ob es mehr sind als früher, denen das Wohl ihrer Mitbürger so herzlich egal ist, sei dahingestellt – Kulturpessimisten behaupten das, aber vielleicht haben sie ja nur ein schlechtes Gedächtnis. Schwingtüren haben wir zu allen Zeiten gelegentlich mal vor den Latz gekriegt, und immer ist es so ein kurzer, blöder, vollkommen überflüssiger Ärger-Moment. Jetzt streben wir auf das Fest der Liebe zu. Da wird es doch möglich sein, dass einem im Bahnhof und sonst wo eine Tür aufgehalten wird.
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Autor: seh
