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06. Februar 2012

Stellenwert des Gesangs

MARKTGEFLÜSTER: Deutschland überstimmt

Singen lässt ein Drittel der Bevölkerung völlig kalt. Was andernorts vielleicht mit einem lässigen Achselzucken kommentiert würde, muss Lörrach, die selbst ernannte Stadt des Gesangs, zutiefst beunruhigen. Die Zeitschrift Chrismon veröffentlichte jüngst eine von ihr bei Emnid in Auftrag gegebene Studie über die Dinge, bei denen Menschen in Deutschland den geringsten Ehrgeiz entwickeln. Sport, Kochen, Technik sind demnach nur 14 Prozent völlig egal. Aber Singen gilt immerhin 32 Prozent der Bevölkerung als das Letzte, wofür sie sich anstrengen würden. Tröstlich ist, dass Frauen, die in Lörrach bekanntlich auf vielen Ebenen eine gewichtige Stimme haben, lieber singen als Männer und dass im Westen mehr gesungen wird als im Osten. Doch ist Lörrach nicht weiter weg von Ostdeutschland als jede andere Kreisstadt? Eben. Die niederschmetternde Statistik gilt also sicher nicht in voller Härte für die Stadt der Stimmen. Trotzdem: Die Studie zeigt, dass die viel gerühmte und auf vielen Feldern förderliche Gesangskultur in Lörrach, die jetzt auch ein Talent wie Céline Huber hervorbringt, keineswegs ein Selbstläufer ist.

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Autor: Willi Adam