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07. Januar 2012
Huhn verschleppt
MARKTGEFLÜSTER: Fürsorgliche Entführung
Ein vermeintlicher Entführungsfall entpuppte sich dieser Tage als ein Akt der Fürsorge. Dies teilte die Polizei jetzt mit. Ein Mann aus Lörrach hatte am Mittwochabend der Polizei gemeldet, dass eines seiner Hühner, die er frei herumlaufen lässt, verschwunden sei. Auch zu den näheren Umständen konnte er Angaben machen. Eine Nachbarin hatte nämlich beobachtet, wie in der Burgstraße in Tumringen ein rotes Auto angehalten und besagtes Huhn, von dem weder Name noch Alter überliefert sind, einfach mitgenommen hatte. Der Sachverhalt konnte noch vor Eingang einer Lösegeldforderung und zum Wohlgefallen aller Beteiligten aufgeklärt werden. Kurz nach der Meldung der unerhörten Begebenheit nämlich erschien eine Autofahrerin beim Polizeirevier Weil am Rhein und erklärte, sie habe in Lörrach ein freilaufendes Huhn aufgegriffen. Die Frau, vermerkt der Polizeibericht, brachte das Tier persönlich dem Besitzer zurück. Aus diesem Vorfall kann man nun allerlei Lehren ziehen. Zum ersten scheint es nicht ganz unproblematisch zu sein, seinen Hühner allzu viel Freiheiten einzuräumen. Die Frau hätte, nebenbei bemerkt, ja auch aus Versehen drüberfahren können. Zum zweiten sollte man nicht jedes streunende Federvieh voreilig für herrenlos halten. Zum dritten ist zuweilen eine vermeintliche Missetat einfach gut gemeint. Und schließlich klappt die Zusammenarbeit im Oberzentrum zumindest auf der polizeilichen Ebene offenbar glänzend. Und all das lehrt uns – ein Huhn.
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Autor: Sabine Ehrentreich
