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08. November 2011
Lörracher Eisdielen schließen nie
MARKTGEFLÜSTER: Ice Age in Lörrach
Wir befinden uns im Jahre 2011 n. Christus. In ganz Deutschland ziehen sich die Bewohner die Wollmützen über die Ohren... Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Lörrachern bevölkertes Dorf im äußersten Südwesten hört nicht auf, der Kälte Widerstand zu leisten.
"Mach dir halt warme Gedanken", heißt es, wenn die Gänsehaut und das Bibbern sich nicht mehr ignorieren lassen. Die Lörracher haben ein eigenes Rezept gegen die Kälte im November gefunden – Eis. Während der Rest Deutschlands von südlichen Ländern träumt, denkt der Lörracher an Eis und an ausgedehnte Aufenthalte im Straßencafé. Das geht so weit, dass sich sogar die Italiener der Lörracher Eiszeit beugen. Während viele Eiscafés im Winter geschlossen haben, wird rund um den Marktplatz Kugrel um Kugel über die Ladentheke gereicht. Handelt es sich bei den Lörrachern um Mutanten? Nein! Wer sich schon einmal in Marokko oder einem ähnlich heißen Land aufgehalten hat, weiß, dass die Araber ihren heißen Pfefferminztee genau dann in sich hineinschlürfen, wenn die Sonne im Zenit steht. Aus dieser Tatsache haben die Lörracher wohl folgenden Schluss gezogen: Trinkt man Heißes, passt sich der Körper der Hitze an. Isst man Kaltes, so lautet nach der Lörracher These der Umkehrschluss, gewöhnt sich der Mensch an kühle Temperaturen. So ist das also mit den Lörrachern – in jedem von ihnen lodert das Feuer der Einsicht in tiefere biochemische Zusammenhänge.
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Autor: Nadine Zeller
