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02. November 2011

Halloween und Allerheiligen

MARKTGEFLÜSTER: Partywut und Tanzverbot

  1. Ein stilles Licht Foto: Gramespacher

Halloween – das werden wir jetzt wohl nicht mehr los. Der Nachwuchs liebt es.Die Jüngeren werfen sich in schaurige Kostüme, ziehen, wie auch in Lörrach am Montagabend teils bis in die Nacht geschehen, von Tür zu Tür und hinterlassen mitunter hässliche Spuren, wenn nichts Gefälliges in ihrer Tüte landet. Die Älteren feiern, als wäre schon Fasnacht, vampirseelige Partys. Ist der Spuk vorbei, ist Allerheiligen – ein Tag, an dem so innig aller Heiligen gedacht wird, dass bis heute ein Tanzverbot gilt. Das, erklärt Polizeisprecher Andreas Nagy, wurde vor Jahren auch noch kontrolliert. Freilich wird es offenbar so wacker eingehalten, dass die Polizei von nennenswerten Beschwerden nichts weiß. Kunststück, lässt sich seit der Eroberung des Kontinents durch Halloween sagen: Die Jugend braucht den Feiertag zum Ausschlafen nach der Party und will sowieso nicht tanzen.

Man könnte meinen, da verdränge die Spaßkultur ein religiöses Fest. In Wahrheit hängt beides eng zusammen, was den meisten Feiernden nur nicht bewusst und herzlich egal sein dürfte. "Halloween" ist All Hallows’ Eve – der Vorabend von Allerheiligen. Alte Volksbräuche, die sich um dieses Datum ranken und zu denen wohl auch Streiche gehörten, gelangten vom katholischen Irland nach Amerika und von dort, wie alles, zu uns. Dass übrigens in diesen Wochen der Kürbis als Schnitzwerk und Lebensmittel so allgegenwärtig ist, hat auch mit Halloween zu tun. Die leuchtende Frucht wird nun aber auch von jenen billigend in Kauf genommen, denen der ganze Geisterklimbim ansonsten auf die Nerven geht.

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Autor: Sabine Ehrentreich