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02. Dezember 2011

Winken im Straßenverkehr

MARKTGEFLÜSTER: Regeln statt Zeichen

Wenn Autofahrer winken, dann handelt es sich dabei manchmal um eine freundliche Geste, meist aber um den Ausdruck schierer Hilflosigkeit. Besonders an Kreuzungen mit kniffligem Rechts-vor-Links-Verkehr sind Handzeichen groß in Mode. Gewunken wird auch gern an solchen Einmündungen, wo von der Vorfahrtstraße ein etwas größerer Bogen in die untergeordnete Straße nötig ist. An diesen Stellen hoffen die gestikulierenden Fahrer, dass die vorschriftsgemäß wartenden Autos schnell weiterfahren, damit das Lenkmanöver leichter gelingt. Wenn sich andere dann nicht auf die Winkzeichen einlassen oder hinter den spiegelenden Autoscheiben gar nicht sehen, welche (überflüssigen) Kommandos da gegeben werden, dann ist die Verwirrung meist komplett. Besonders kritisch ist es, wenn Fußgänger an Zebrastreifen stehen und winken. Oft gibt es dann eine gefährliche Situation, weil manche Autofahrer doch stehen bleiben, wie es sich schließlich gehört, und der Fußgänger schließlich doch losmarschiert und nicht bedenkt, dass vielleicht aus der anderen Richtung ein Auto heranbraust, dessen Fahrer nur das Winken wahrgenommen hat. So ähnlich ging es am Dienstag unter Autofahrern zu, wo bei der Abzweigung Tumringer Straße/Grüttweg zwei Autofahrer gestikulierend ihre eigenen Verkehrsregeln ausgehandelt, dabei aber die Rechnung ohne einen dritten Fahrer auf der Gegenfahrbahn gemacht hatten. Die Bilanz: 6000 Euro Sachschaden und eine verletzte Fahrerin. Dabei sind Verkehrsregeln doch viel einfacher als Gebärdensprache.

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Autor: Willi Adam