Bürgermeisterwahl

Martin Löffler bleibt Bürgermeister von Heitersheim

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

So, 10. Februar 2019 um 18:57 Uhr

Heitersheim

Der neue Bürgermeister in Heitersheim ist der alte: Amtsinhaber Martin Löffler vereinigte zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich. Herausforderin Ursula Schlegel kam auf 33 Prozent.

Trubel herrschte am Sonntagabend auf den Fluren des Heitersheimer Rathauses, als gegen 18.40 Uhr das vorläufige Endergebnis verkündet wurde. Stadträte und Kollegen, darunter Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh, Bad Krozingens Bürgermeister Volker Kieber, Markus Riesterer, Noch-Bürgermeister von Horben und Geschäftsführer des Gewerbeparks Breisgau, und Bundestagsmitglied Christoph Hoffmann waren dabei, als die unterlegene Herausforderin Ursula Schlegel dem alten und neuen Bürgermeister Martin Löffler die Hand schüttelte und ihm zum Wahlergebnis beglückwünschte. Er freue sich und sei froh, dass das Ergebnis so eindeutig ausgegangen sei, sagte Martin Löffler in einer ersten Stellungnahme. Und das trotz einiger "schwieriger Themen", wie er sie nannte. Er gehe aus dieser Wahl gestärkt hervor.

Sie sei enttäuscht, gab Ursula Schlegel zu, akzeptiere aber natürlich den Willen der Wähler. Für sie seien die vergangenen Wochen so oder so ein Gewinn gewesen, sie nehme viele Anliegen der Bürger mit. Die politische Diskussion sei angeregt, Dinge seien so angestoßen worden. Schlegel verkündete zudem, im Mai erneut für den Gemeinderat und auch für den Kreistag zu kandidieren.

Der Gemeinderat ist erleichtert über die Wiederwahl Löfflers

Innerhalb des Gemeinderats herrschten die positiven Reaktionen über den erneuten Wahlsieg Löfflers vor. Alexander Sonner, zweiter Bürgermeisterstellvertreter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, beglückwünschte Martin Löffler zu dem Ergebnis und wünschte ihm alles Gute für die kommenden acht Jahre. Man habe das Ergebnis so erwartet und sei damit zufrieden, sagte er. Es habe in den vergangenen Wochen viel Unruhe in der Gemeinde gegeben, nun habe der Bürger mehrheitlich entschieden, so dass wieder Ruhe einkehren könne. Ursula Schlegel ist zwar Mitglied der CDU im Heitersheimer Gemeinderat, ihre Kandidatur erfolge jedoch unabhängig von Parteien und Fraktionen, hatte sie im Wahlkampf immer wieder betont.

Er sei ein Stückweit erleichtert darüber, sagte Edmund Weiß, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Heitersheim und Gallenweiler, dass ein Großteil der Wähler sich für Löffler ausgesprochen habe. Ein nicht unerheblicher Teil des Gemeinderats kandidiere bei den bevorstehenden Kommunalwahlen nicht mehr, und es sei wichtig für Heitersheim, dass "der Kapitän ein alter Hund ist und kein Neuling", was Ruhe mit sich bringe. Ursula Schlegel habe einen Achtungserfolg erzielt, sagte Bernhard Mohr, Fraktionsvorsitzender der SPD, "und das gönne ich ihr." Er sei jedoch froh, dass Löffler erneut zum Bürgermeister gewählt worden sei.

Wenig überrascht von dem Ergebnis zeigten sich auch Angelika Rupp und Wolfgang Fabry, Vorsitzende der Freien Wähler Heitersheim. Es sei vor allem um den prozentualen Unterschied zwischen den beiden Kandidaten gegangen, so ihre einhellige Meinung. "Wir haben acht Jahre gut zusammengearbeitet, ich denke dass es nochmal acht gute Jahre werden." Die Unzufriedenheit vieler zum Thema Nordumgehung habe sich darin gezeigt, dass Ursula Schlegel immerhin ein Drittel der Stimmen für sich verzeichnen konnte. Und das, obwohl die Bürger sich mehrheitlich für die Umfahrung entschieden hatten. Dennoch sei das Ergebnis keine große Überraschung. "Es wäre enttäuschend für mich gewesen, wenn es andersherum ausgegangen wäre", sagte Rupp.

Für Gesprächsstoff sorgte auch eine Postwurfsendung, die kurz vor der Wahl, am Freitag, in den Briefkästen der Heitersheimer gelandet, und in der Löffler scharf angegangen worden war. "Heftig", nannte Löffler diese Kampagne, die es im Gemeinderat aufzuarbeiten gelte, wie er betonte. Und auch der Gemeinderat kritisierte dieses Vorgehen. Als "schmutzigen Wahlkampf" und "nicht nachvollziehbar" bezeichnete es Edmund Weiß, denn die Protagonisten müssten noch zusammenarbeiten und das gestalte sich "auf verbrannter Erde" schwierig. Es sei "unter der Gürtellinie, was nebenher gelaufen ist", sagte Bernhard Mohr, habe aber sicher nichts mit Ursula Schlegel zu tun, betonte er mit Nachdruck.

Die Wahlparty setzte sich nach der Ergebnisverkündung in der Malteserhalle fort, an der auch die unterlegene Kandidatin teilnahm. Volker Kieber gratulierte im Namen der meisten Bürgermeister der Region zum Erfolg und betonte, dass Löffler ein gutes Ergebnis erzielt hatte. Auch die Vereinsgemeinschaft Heitersheim freute sich über den Sieg Löfflers. Dieser bedankte sich bei seiner Mitbewerberin Ursula Schlegel und den fairen Umgang miteinander. Sie habe eine echte Wahl gewährleistet.