Maschinenbauer baut am Flugplatz

Alexander Preker

Von Alexander Preker

Do, 25. Juli 2013

Lahr

Gestern Spatenstich: Friesenheimer Firma Kohler zieht nach Lahr und expandiert / Neues Werk für 14 Millionen Euro.

LAHR. Von Friesenheim an den Lahrer Flugplatz: Der Maschinenbauer Kohler baut für rund 14 Millionen Euro ein neues Werk im Gewerbegebiet an der Lahrer Einsteinallee. Am gestrigen Mittwoch hat der Spatenstich stattgefunden, an dem auch Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und Markus Ibert vom Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr teilgenommen haben. Die Planung ist beendet, die Arbeiten an dem Werk werden ausgeschrieben. Nur Friesenheim bedauert den Wegzug des Traditionsbetriebes.

Für Kohler-Geschäftsführer Reiner Blohorn ist das neue Grundstück ein "Filetstück". Er freut sich auf das neue Werk mit direktem Autobahn-, Eisenbahn- und Flughafenanschluss. Es soll gut Zweidrittel des rund fünf Hektar großen Geländes bedecken und wird damit fast so groß wie das Hauptterminal des neuen Berliner Flughafens. Den größten Werksteil, so Blohorn, werden die Produktions- und Montagehallen für die bis zu 50 Meter langen und 100 Tonnen schweren Maschinen einnehmen, die die Firma herstellt. Auch einen Verwaltungstrakt mit Showroom plant das Unternehmen, das bisher in Friesenheim ansässig ist und 2011 von der österreichischen Wintersteiger AG übernommen wurde.

Am Standort in Friesenheim sah die Firma Kohler, die Maschinen herstellt, mit denen beispielsweise Bleche aufs Stanzen in der Automobilindustrie vorbereitet werden, keine Zukunft. Wegen der bestehenden Erweiterungsmöglichkeiten, der besseren Infrastruktur und der guten Verkehrsanbindung, die auch Fachkräfte von weiter weg anlocken soll, entschied sich Kohler 2012 für das Grundstück westlich des Flugplatzes. Das freut Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. "Das ist nicht nur eine Entscheidung für Lahr, sondern ein Beitrag für die Wirtschaft in der ganzen Ortenau", sagte er beim Spatenstich für das vom Friesenheimer Ingenieurbüro Erb geplante Werk. Es blieben Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze in der Region erhalten, der Standort könne erweitert werden und durch die Umlage des Gewerbesteueraufkommens zwischen den Mitgliedern des Zweckverbandes habe schlussendlich auch die Gemeinde Friesenheim etwas davon, sagte der OB.

Die Entscheidung für Lahr war auch eine Entscheidung gegen einen Neubau im Friesenheimer Gewerbegebiet II. Dass Kohler von Friesenheim nach Lahr zieht, bedauert man dort. Man habe damals ein attraktives Angebot gemacht, erklärt Andreas Lippert, Friesenheims Wirtschaftsförderer und Pressesprecher, auf Anfrage der Badischen Zeitung. Dass auch Friesenheim, wie der Lahrer OB Müller betonte, über den Flugplatz-Zweckverband am Gewerbesteueraufkommen beteiligt werde, sieht Lippert noch nicht: "Bisher ist der Zweckverband eher ein Geben als ein Nehmen der Gemeinden". Doch das könnte sich bald ändern: Markus Ibert vom Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr stellte beim Spatenstich die Erweiterungspläne für das Gewerbegebiet an der Einsteinallee vor. Für 2,5 Millionen Euro will der Zweckverband dort weitere 130 000 Quadratmeter erschließen und entwickeln.

Weitere Informationen unter http://www.kohler-germany.com