"Haltet Abstand von zwei Armlängen zum Nachbarn"

Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Di, 04. September 2018

Maulburg

Schnitzworkshop beim Dorfstübli-Ferienprogramm / Kinder lernen bei Tobias Hohenstatter den Umgang mit scharfen Messern.

MAULBURG (vfsw). "Schnitzen ist eine coole Sache", sagte der kleine Luis am Ende des Schnitz-Workshops, den Dorfstübli-Leiter Tobias Hohenstatter beim Kinderferienprogramm unter den Kastanien neben dem Dorfstübli anbot. Ein gutes Dutzend Kinder schnitzte kleine Holztiere, Dekoartikel wie Pilze, aber auch Indianer-Spielzeug wie Messer und Axt. Ein Mädchen fertigte gar für den Großvater einen Wanderstock. Erst einmal galt es, sich mit den Schnitzregeln vertraut zu machen. "Haltet Abstand von rund zwei Armlängen zum schnitzenden Nachbarn ein, damit nichts passiert, wenn ihr abrutscht", mahnte Dorfstübli-Chef Hohenstatter. Es werde nur im Sitzen geschnitzt, das Rumlaufen mit dem offenen Schnitzmesser sei tabu. Außerdem sollte man sich immer aufrecht an die Schnitz-Werkbank setzen. Ganz wichtig sei, so Hohenstatter , dass immer vom Körper weg, niemals zum Körper hin geschnitzt wird. Auch müsse die Messerklinge scharf sein. "Eine stumpfe Klinge erhöht das Verletzungsrisiko, weil ihr dann stärker drückt und somit Abrutschgefahr besteht", erklärte Hohenstatter. Mit Eifer, Genauigkeit und Konzentration gingen die Kids ans Schnitzwerk. Gearbeitet wurde mit Kinderschnitzmessern – wer wollte, konnte sich auch Schnitzhandschuhe anlegen. Vorbereitet hatte Hohenstatter diverse Materialien, kurz zuvor im Forst geschnittene Äste und Stöcke von Haselnuss, Birke und Weide. Deren frisch geschnittenes Holz ist noch weich und lässt sich deshalb am Einfachsten bearbeiten.

Und alle schnitzen sich gegen Ende des vierstündigen Aktionstags noch einen gespitzten Stock – der diente zum Stockbrot-Grillen am Lagerfeuer.