Leserbriefe

Dieter Klaus

Von Dieter Klaus (Maulburg)

Di, 28. August 2018

Maulburg

MÄRZENGÄRTEN
Viele Baulücken entlang der Köchlinstraße
Zum Artikel "Ins Grüne soll nicht gebaut werden" (BZ vom 22. August 2018) ein Brief aus der Sicht des Betroffenen, der an der Köchlinstraße in Maulburg an sein Wohnhaus anbauen möchte. Die Gemeinde ist dagegen, weil sie das wichtige innerörtliche Grüngebiet Märzengärten tangiert sieht.
Märzengärten definieren eine sehr große Wiese entlang der Bahnlinie in Maulburg mit dem Bahnwegli, eingegrenzt von einem wunderschönen Spielplatz gegenüber und Wohnhäusern auf drei Seiten mit teils sehr altem Bestand, aber sehr verträumt und erhaltenswert gelegen. Soviel zum ortsüblichen Sprachgebrauch.

Die Köchlinstraße führt durch das Herz von Maulburg, verbindet den Ortskern mit dem nicht als Ortskern akzeptierten "Latschariplatz" um die Eisdiele. Die Köchlinstraße verbindet somit die dörflichen Teile ohne Hindernisse. Die Bahnlinie durch das Dorf, zwingt den Verkehr ab und an zum Verweilen. Die Köchlinstraße kann davon keine Ausnahme machen und so stauen sich in Stoßzeiten doch immer wieder drei bis vier Fahrzeuge hüben und drüben der Schranke, was, wenn es sich um Gelenkbusse, Lkw oder gar Langholztransporter handelt, schon auf einige Meter anwächst, von einem Verkehrsstau kann hier jedoch nicht die Rede sein. Die Einfahrt in die Köchlinstraße ist ein Nadelöhr, mit Gefahrenzonen, die Radfahrer, älteren Menschen mit Gehhilfe und Müttern mit Kinderwagen sehr wohl bekannt sind. Die Planungen um eine Unterführung datieren auf April 1989 und sind nur als Planungsspiel definiert. Fakt ist, es wurden erst nach 1989 über Außen- und Innenbereich neue Schablonen gelegt, auf diesen Festlegungen wird heute beharrlich argumentiert.

Fakt ist auch, dass in der Köchlinstraße sehr aktiv Wohnraum rückgebaut wurde:
1.) Ein Wohnhaus direkt an der Bahnlinie, viele Jahre bewohnt durch Familie G.
heute darf sich eine religiöse Gemeinde temporär geduldet sehen.
2.) der alte Konsum, heute ein großer Parkplatz.
3.) das alte Bächtholdhaus, seit vielen Jahren eine Ruine, nunmehr seit Jahren im Besitz der Gemeinde, trotzdem oder noch immer eine Ruine.
4.) das leerstehende landwirtschaftliche Gebäude mit eingestürzter Scheune, das vielleicht auch irgendwann eine neue Bestimmung finden wird.

Fakt ist weiterhin: Grundstücke rechts und links der Köchlinstraße sind voll erschlossen und erfüllen als Grundlage zur Bebauung mit Wohnraum alle erforderlichen Bedingungen, sind in unserem Verständnis Innenbereiche.

Wenn bestehende Planungsspiele der Vergangenheit als in Stein gemeißelt betrachtet werden, wird es für schnelle Lösungen auf aktuelle Probleme schwierig.
Das Schließen von innerörtlichen Baulücken zur Wohnraumschaffung wird vom Bund und Land befürwortet, gar gefordert. Wenn dies regional falsch priorisiert und nur gebremst umgesetzt wird, ist das widersprüchlich.

Einen Vorteil garantiert die Planungspower derzeit auf alle Fälle, es gibt genug Parkplätze in der Köchlinstraße, der Bahnhofstraße und mit dem Rückbau des Sturm-Hauses auch in der Neue(n) Straße! Vielleicht braucht es das auch, damit all die jungen Familien, angelockt durch eine intakte Industrie in Maulburg, auf ihrem schier hoffnungslosen Weg der Suche nach Wohnraum ihre Autos ordentlich parken können.

In diesem Sinne auf gutes Gelingen beim Planen der Großprojekte in Maulburg, es wird ein lebenswertes Dorf bleiben, so oder so.
Dieter Klaus, Maulburg