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18. August 2012 00:06 Uhr

HipHop

Max Herres neues Album: Zurück zum Rap

Seine Zeit mit der HipHop-Gruppe Freundeskreis hat Max Herre bekannt gemacht. Mit dem Album "Hallo Welt!" kehrt er zum Rap zurück – unterstützt von einem All-Star-Team deutscher Stimmen.

  1. Max Herre Foto: Ronald Dick

Hallo Welt! Hallo Stuttgart! Hallo HipHop- Fans! Circa einen Monat liegt das HipHop Open auf dem Cannstatter Wasen zurück, bei dem Max Herre schon mal einige Songs aus seinem neuen Album "Hallo Welt!" präsentierte, das am 24. August in die Läden kommt. Cro, Philipp Poisel, Materia – sie alle standen mit Herre auf der Bühne, und sie alle und noch viele Gäste mehr sind auch auf dem Album zu hören. Schnell fingen die Herzen der Zuschauer in Stuttgart zu hüpfen an, als klar wurde, dass Herre nicht mehr wie auf seinen zuvor erschienen Soloalben "Max Herre" und "Ein geschenkter Tag" singt, sondern endlich wieder rappt.

Back to the Roots, zurück zu den Wurzeln, könnte man sagen, da Herre sich auf seine alten Zeiten bei der HipHop-Gruppe Freundeskreis in den späten 90er Jahren beruft und den Sprechgesang wieder aufleben lässt. Auf der Bühne stand in Stuttgart hinter Herre ein kleines Holzhüttchen. Auf dem Albumcover ist es nun auch zu sehen, samt Schallplattensammlung und Plattenspieler drinnen und Antenne drauf. Herre selbst sagt, er sei wieder auf Sendung. Mit 15 neuen Tracks und ein paar neuen Freunden im Kreis meldet sich der 39-Jährige von seiner Sendestation über den Dächern zurück.

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Philosophieren über den "Weltwandel"

Natürlich heißt der erste Track "Hallo Welt!", und Herre begrüßt erst einmal alle: "Hallo Welt, ich wünsch dir ’nen schönen Morgen / Hallo Deutschland von Süden bis in den Norden / Hallo Du, wo auch immer du gerade bist / Hallo, das bin ich." Zu einer leichten und eingängigen Melodie philosophiert Herre über seine Zeit und die Welt. Dann lässt er sich wortwörtlich vom Intro in den nächsten Song treiben: Der Übergang zu "Aufruhr" mit den Sängern Patrice und Fetsum ist kaum hörbar.

Aber das Thema ist gleich klar: Es geht um Freiheit, um ferne Länder im Süden und den "Weltwandel", während man im kühlen Berlin auf den Frühling wartet. "It’s freedom time / people are dying for freedom time": Patrice spricht an, wie viele Menschen für die Freiheit sterben würden. Max Herre ist bekannt dafür, dass er politische Themen in seine Songs einbindet. In dem Lied "Berlin – Tel Aviv" mit der Gastsängerin Sophie Hunger befasst er sich sogar mit der Judenverfolgung im "Dritten Reich".

Aber nicht nur Konflikte aus aller Welt behandelt er, sondern auch die eigenen. Auf "Jeder Tag zuviel" rappt er mit Antonio Mega Mega über den Alltagstrott, der einen jeden Tag ermüdet: "Jeden Tag geh’ ich die gleichen Wege und jeden Tag dasselbe Spiel und jeden Tag hoff’ ich, es wird was anderes geben/ denn jeder Tag ist jeder Tag zu viel." Der spritzige Beat aber hat eine belebende Wirkung.

Das ganze Album geht sehr gut ins Ohr. Das Produzenten-Team Kahedi mit Samon Kawamura, Max Herre und Roberto Di Gioia setzt alle Regler dran, sämtliche Facetten des HipHop unterzubringen. Nicht nur gibt es soulige Balladen, sondern auch härte Songs und den ein oder anderen Gitarren-Sound. "Hallo Welt!" ist ein buntes Sommeralbum, das die Realität nicht vergisst.

Jeder Song klingt nicht nur nach Herre, sondern kann sich je nach Feature auch färben. Zum Beispiel bei der Single-Auskopplung "Wolke 7", bei der als Gast Philipp Poisel am Start ist: Sie klingt stark nach einer typischen Ballade des Sängers. Poisel singt mit tiefer, trauriger Stimme über Liebe und Hoffnung und begleitet sich am Klavier. Herre hingegen belebt das Stück mit seinen Reimen und kriegt so noch die Kurve für eine Poisel-Herre-Mischung. Auch bei "Fühlt sich wie Fliegen an" mit Clueso und Cro ist man nicht sicher, ob es eher ein Clueso- oder ein Herre-Song ist. Der Song fliegt aber so leicht ins Ohr, dass man ihn gar nicht mehr raus haben möchte.

Neben vier Solostücken von Max Herre finden sich auch noch welche mit Samy Deluxe, Aloe Blacc oder Materia. Die Gäste sind alle sind auf dem Cover aufgeführt, im Gegensatz zu Herres großer Liebe: Joy Denalanes Soul-Stimme ist am Ende von "Jeder Tag zuviel" zu hören. Dass sie dabei ist, bedarf vielleicht auch keiner Erwähnung, war sie doch schon auf jedem seiner Alben zu hören. Auch einer der zwei Söhne des Paares, der in dem Song "1992" einen kurzen Rap hinlegt, ist nicht aufgeführt. Die anderen elf Gastauftritte machen aus "Hallo Welt!" ein Album, auf dem Herre einen illustren Freundeskreis um sich geschart hat. Wenn man es gehört hat, möchte man sagen: Hallo Max Herre! Danke, dass du zu deinen Wurzeln zurück gekehrt bist und ein großartiges Album gemacht hast. Es fühlt sich wie Fliegen an.
CD: Max Herre, Hallo Welt! (Nesola/Universal/erscheint am 24. August). Konzert: Stuttgart, Theaterhaus, 29. Oktober; Zürich, Komplex 457, 30. Oktober; Info: http://www.maxherre.de

Autor: Nadja Dilger


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