Nordische Junioren-Weltmeisterschaft und U23-WM

Medaillen in Lahti außer Reichweite

Annemarie Zwick und Johannes Bachmann

Von Annemarie Zwick & Johannes Bachmann

Mi, 23. Januar 2019 um 19:30 Uhr

Skilanglauf

U-23-Langläufer Janosch Brugger skatet im finnischen Lahti über 15 Kilometer auf Rang elf, die 15-jährige Kombiniererin Anna Jäkle landet bei der Junioren-Weltmeisterschaft auf dem achten Platz.

SKI NORDISCH. Ganz oben zu stehen und die Konkurrenten an der Weltspitze zu dominieren, ist ein Traum, der am Mittwoch für zwei Schwarzwälder unerfüllt blieb. Skilangläufer Janosch Brugger von der WSG Schluchsee lief bei seinem zweiten Wettkampf bei der U-23-Weltmeisterschaft im finnischen Lahti über 15 Kilometer in der freien Technik auf den elften Platz. Die 15-jährige Schonacherin Anna Jäkle landete bei der Junioren-WM in der Nordischen Kombination nach einem Sprung und fünf Skating-Kilometern mit 1:29,3 Minuten Rückstand auf die Weltmeisterin Ayane Miyazaki (Japan) auf Rang acht.

Anna Jäkle, Schülerin aus Schonach, war erst am Sonntag per Flugzeug zur Junioren-WM angereist. Voller Vorfreude, ein bisschen nervös und doch ohne Druck. Beim provisorischen Wettkampfsprung hatte die Schonacherin am Dienstag mit Rang zwei überrascht, doch am Mittwochmorgen lief es für sie beim Wettkampf auf dem 100-Meter-Bakken im Salpausselkä-Skistadion nicht ganz wie erhofft. Solide, aber nicht herausragend war Jäkles 82,5 Meter weiter Sprung. Als zweitjüngste Kombiniererin im 32 Athletinnen zählenden Wettkampffeld landete sie auf Rang neun und damit deutlich hinter der Österreicherin Lisa Hirner, die das Springen mit einem 90 Meter weiten Satz und dank der besseren Haltungsnoten vor der Norwegerin Gyda Westvold, der Japanerin Ayane Mayazaki, Maria Gerboth (Schmiedefeld) und Jenny Nowak (SC Sohland) gewann.

Bei sieben Minusgraden ging Anna Jäkle mit 1:12 Minuten Rückstand auf Hirner ins Skating-Rennen über fünf Kilometer. Nach 1,5 Kilometern hatte sie den Rückstand um sieben Sekunden verkürzt, nach 2,5 Kilometern hatte sie sich auf Rang acht nach vorne gearbeitet. Auf dem letzten Kilometer fightete die Schonacherin beherzt, musste sich im Kampf um Rang sechs aber im Endspurt der Italienerin Daniela Dejori und Ema Volavsek (Slowenien) um eine halbe Skilänge geschlagen geben. Im Kampf um den JWM-Titel war die Japanerin Ayane Miyazaki nicht zu halten. Die 16-Jährige, Dritte nach dem Springen, hatte bereits nach 2,5 Kilometern die 22 Sekunden Rückstand auf die Österreicherin Hirner wettgemacht, die in der Schlussphase des Rennens auf Rang fünf zurückfiel. 3,6 Sekunden hinter Junioren-Weltmeisterin Miyazaki gewann die Norwegerin Gyda Westvold Hansen Silber. Maria Gerboth verlor den Kampf um Bronze um 4,9 Sekunden gegen die Japanerin Anju Nakamura.

Janosch Brugger hat’s versucht: Der Lenzkircher, der für die WSG Schluchsee startet, ging seinen zweiten Wettkampf bei der U-23-Weltmeisterschaft, das Einzelrennen über 15 Kilometer Skating, couragiert an. Auf der ersten der drei Runden legte er die drittschnellste Zeit der 79 Starter vor, 10,9 Sekunden hinter dem 23-jährigen Franzosen Jules Lapierre, der dieses Rennen von Beginn an dominierte. Nach sechs Kilometern wurde der 21-jährige Hochschwarzwälder als Fünfter notiert, drei Kilometer später als Siebter. Diesen Rang verteidigte er bis nach Beginn der Schlussrunde, wobei der Rückstand auf Lapierre auf 45 Sekunden angewachsen war, doch auch die Konkurrenten verloren auf den Franzosen, den U-23-Vizeweltmeister 2018 im Skiathlon. Der Skatingspezialist, der sich beim Schlussanstieg auf die Alpe Cermis mit der viertbesten Zeit noch auf Rang 14 der Tour-de-Ski-Gesamtwertung verbessert hatte, war an diesem Tag eine Klasse für sich. Brugger büßte auf den letzten vier Kilometern noch vier Plätze ein. Rang zehn, den er im Klassiksprint am Montag erreicht hatte, verpasste er als Elfter um die Winzigkeit von 0,2 Sekunden. Mit seiner Zeit von 35:05,2 Minuten lag er 1:02,4 Minuten hinter Lapierre (34:02,8), der Vizeweltmeister Michal Novak (Tschechien) um 29,8 Sekunden distanzierte. Bronze gewann der Russe Iwan Yakimuschkin (34:32,8). Der zweite DSV-Starter, der 20-jährige Bayer Albert Kuchler (36:48,0) kam auf Rang 31.

Im Ziel war Janosch Brugger nicht nur ausgepumpt, sondern zunächst auch etwas enttäuscht. "Aber es ist halt Skating", sagte er Mutter Claudia im ersten kurzen Telefongespräch. "Letztendlich kann er zufrieden sein" mit seiner Leistung, meint die erfahrene Langlauftrainerin und verweist zurecht darauf, dass ihren Junior nur 14,5 Sekunden von Rang fünf trennen. Eine Platzierung in diesem Bereich hatte er angestrebt.

Dieses Ziel ist immer noch erreichbar und im letzten Wettbewerb der U-23-WM am Freitag bietet sich Janosch Brugger dafür auch die größte Chance. Denn das Massenstartrennen über 30 Kilometer wird im klassischen Stil ausgetragen und das ist seine Stärke. Die Hoffnung lebt.