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29. Mai 2012

Medaillenreiche Vorfreude auf Olympia

Deutsche Schwimmer trumpfen bei der EM auf / Titelkämpfe sind allerdings nicht stark besetzt.

  1. Jenny Mensing (links) und Sarah Poewe gratulieren Britta Steffen, die den deutschen Sieg in der Lagenstaffel sicherstellte. Foto: dpa

DEBRECEN (dpa). Britta Steffens Tempo beeindruckte sogar die Doping-Kontrolleure. Zwischen zwei überzeugenden EM-Siegen über 50 Meter Freistil und als Schluss-Schwimmerin der deutschen Lagen-Staffel binnen einer Stunde brachte die Weltrekordlerin auch noch die Pflicht-Prozedur fix hinter sich. "Frau Steffen, Sie sind ja hier noch schneller als im Becken", gab eine bestens gelaunte Doppel-Olympiasiegerin die erstaunte Reaktion der Dopingfahnder von Debrecen wieder. Steffen und ihr Freund Paul Biedermann, der tags zuvor das Freistil-Quartett zum Sieg geführt hatte, waren zwei Monate vor Olympia mit jeweils drei Titeln wie erwartet die deutschen Leistungsträger bei der Europameisterschaft.

"So ein Tag, so wunderschön wie heute", skandierte die Equipe des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) zum Titelkampfabschluss in Ungarn und stellte sich zufrieden zum abschließenden Gruppenfoto in der fast leeren Sportuszoda-Halle auf. Mit acht Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen war Deutschland hinter Gastgeber Ungarn (9-10-7) erfolgreichste Nation. Besser war der DSV zuletzt 2002 mit zehn Siegen in Berlin. Dort findet im August 2014 die nächste EM statt.

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Allerdings hatte die EM von Debrecen aufgrund vieler prominenter Absagen eher den Charakter eines ungarisch-deutschen Länderkampfes mit vereinzelter Beteiligung anderer Nationen. Was die Ergebnisse wirklich wert sind, werden erst die Olympischen Spiele zeigen.

In Peking rettete Steffen mit olympischem Doppel-Gold die deutsche Schwimm-Bilanz, nun steigert sich die Weltrekordlerin nach dem WM-Debakel des Vorjahres von Rennen zu Rennen. Nach 24,37 Sekunden schlug Steffen im Freistil-Sprint über 50 Meter klar vor der Niederländerin Hinkelien Schreuder (24,78) an. Damit ist sie weltweit die Nummer vier – und war seit dem Weltrekord von Rom (2009) nicht mehr so schnell. "Ich bin froh und stolz, dass das alles so gut geklappt hat und freu mich jetzt auf das nächste Training am Dienstag", sagte Steffen. Kein Durchschnaufen im Olympia-Fahrplan.

Voller Ehrgeiz betonte auch Biedermann nach seinen Titeln über 400 und 200 Meter Freistil sowie dem mit der Freistil-Staffel über 4x200 Meter, dass er sich steigern muss. Sonst werde es sogar mit dem Olympia-Finale eng.

Einen Tag nach dem Sieg der Männer-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil mit Biedermann, Dimitri Colupaev, Clemens Rapp und Tim Wallburger präsentierten sich am Sonntag auch die beiden Lagen-Quartette am Schlusstag gut in Form. Jenny Mensing, Sarah Poewe, Alexandra Wenk und Steffen gewannen in EM-Bestzeit von 3:58,43 Minuten klar vor Italien Gold. Schlussschwimmerin Steffen blieb bei ihren 100 Meter Freistil sogar unter der 53-Sekunden-Marke – erstmals seit Verbot der Hightech-Anzüge.

Helge Meeuw, Christian vom Lehn, Steffen Deibler und Marco Di Carli mussten sich im Lagen-Finale in 3:34,41 Minuten nur den Italienern (3:32,80) geschlagen geben. Schlussschwimmer Di Carli machte mit einer Zeit von unter 48 Sekunden Werbung für einen olympischen Einzeleinsatz. Ebenfalls Silber gab es für Silke Lippok (Pforzheim) in 1:58,19 Minuten über 200 Meter Freistil. Schneller war nur die italienische Olympiasiegerin Federica Pellegrini (1:56,76).

Autor: dpa


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