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04. April 2013 10:38 Uhr

Offshore-Leaks

Medien decken geheime Geschäfte in Steueroasen auf

Das wohl größte Datenleck in der Geschichte offenbart, wie Reiche ihr Geld in Steueroasen schaffen. Hunderte sind betroffen. Ein internationales Journalisten-Netzwerk hat die anonymen Informationen veröffentlicht.

  1. Eine beliebte Steueroase: Der Stadtstaat Singapur. Foto: ROSLAN RAHMAN

  2. Soll laut Süddeutscher Zeitung unter den Steuersündern sein: Ex-Playboy Gunther Sachs Foto: dapd

Eine anonyme Quelle hat nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" internationalen Medien einen riesigen Datensatz über geheime Geschäfte in Steueroasen zugänglich gemacht. Empfänger war das Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington. Unter anderen die BBC, die Washington Post, der Guardian sowie in Deutschland der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung waren beteiligt.

Wie SZ und NDR am Donnerstag berichteten, finden sich in den Unterlagen auch Hunderte deutsche Fälle. Zu den prominentesten Steuersündern soll laut SZ der Ex-Playboy Gunther Sachs gehören, der vor seinem Freitod 2011 etwa Vermögen in Firmen und Trusts auf den Cook-Inselndeponiert haben soll.

Per Dienstleister in die Steueroase

In der Schweiz sind laut Basler Zeitung allein 300 Privatpersonen und 70 Gesellschaften betroffen, etwa die schweizer Bank UBS, die via Portcullis TrustNet Gruppe in über 2900 Gesellschaften in rund einem Dutzend Steueroasen involviert sein soll. Auch der NDR berichtet über den Dienstleister für Offshore-Firmen, mit dem Kunden aus 140 Ländern ihr Vermögen am Finanzamt vorbei ins Ausland gebracht haben sollen.

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Die Datenmenge aus insgesamt zehn Steueroasen umfasse 260 Gigabyte, es handele sich um 2,5 Millionen Dokumente. 130 000 Personen aus mehr als 170 Ländern würden in den Unterlagen aufgelistet. Die Dokumente stammten laut Basler Zeitung von zwei Firmen aus Singapur und den Britischen Jungferninseln in der Karibik, die auf die Errichtung sogenannter Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Sie gehörten zu den größten Anbietern weltweit. In den Unterlagen fänden sich die Namen von Oligarchen, Waffenhändlern und Finanzjongleuren, die ihr Geld per Schattenfirmen in der Karibik bunkern.

Die Daten seien bereits im vergangenen Jahr dem ICIJ übergeben worden. Die "Süddeutsche Zeitung" habe die Informationen unabhängig verifiziert und monatelang ausgewertet, schreibt das Blatt.

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Autor: dpa, BZ