Medizinwissen

Nagelbettentzündung: Was hilft dagegen?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Do, 09. November 2017 um 09:54 Uhr

Medizinmythen

Der Nagel reißt ein, wenig später brennt das Nagelbett, als hätte jemand ein Feuer darauf entfacht. Nagelbettentzündungen sind mies: Was kann ich dagegen tun?

"Man sollte das freiliegende Nagelbett mit einem Desinfektionsspray desinfizieren und durch einen Pflasterverband schützen", verrät Andrea Pfister-Wartha, Oberärztin an der Hautklinik am Universitätsklinikum Freiburg."Sofern nur ein Teil des Fingernagels abgerissen ist kann die Risskante mit einer sauberen, möglichst desinfizierten Feile oder Schere geglättet oder begradigt werden", sagt sie.

Dann heißt es zunächst abwarten. Sind durch eine Verletzung in der ungeschützten Haut unter dem Nagel Bakterien oder andere Erreger eingetreten, droht eine Entzündung. Diese kann sich im schlimmsten Falle auch auf den gesamten Finger oder darüber hinaus ausbreiten. Die Expertin rät deswegen: "Wenn sich eine Rötung, Schwellung oder pochende Schmerzen des Nagelwalles oder des Fingers zeigen, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden".

Ansonsten sollte man ausreichend Geduld mitbringen: Der Nagel wächst nämlich nur langsam nach, etwa ein bis drei Millimeter pro Monat. Es können also durchaus einige Monate vergehen, bis der neue Nagel zu den übrigen aufgeschlossen hat. In der Regel ist dieser übrigens nicht von den anderen zu unterscheiden. Nur in manchen Fällen heilt der Abriss nicht folgenlos ab: "Wenn das Nagelbett verletzt wurde, kann es zu einer Art Narbenbildung kommen, die sich durch Wachstumsstörung, Kerbenbildung oder eine Verkrüppelung des Nagels zeigt", so die Ärztin.

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