Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. Juli 2011

"Meet & Greet" bei den Stimmen-Konzerten im Park

Heute beginnt der letzte Festivalakt im Rosenfelspark / Orient trifft Okzident / Abschluss am Sonntagabend.

  1. Temporäres Ende der Beschaulichkeit: Das „Stimmen“-Festival ist im Rosenfelspark angekommen. Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH (alb). Das Stimmenfestival setzt heute an zum letzten Akt 2011: den Konzerten im Rosenfelspark. Und so wie "Stimmen" auf dem Marktplatz inzwischen mehr sind als Konzerte, sich zum Katalysator abendlicher Innenstadtfeste entwickelt haben, ist das Festival in dem Park zum Musikhock mutiert. Dort ist das Konzert zwar nach wie vor der Hauptgang; aber "Stimmen" im Rosenfels leben längst nicht mehr nur von der Verbindung von Natur und Kultur, sondern auch vom Meet & Greet, den Begegnungen vor, nach und während des Konzertes und gerade am Rand des Areals, unter den Baldachinen der Gastronomiestände und Bars ist der sanft gegen die Klänge aus der Konzertmuschel anschwappende Redefluss mitunter kaum mehr zu stoppen.

Den Auftakt machen heute Constantinople und Barbara Furtuna; Erstere sind vor allem die iranischen Brüder Kiya und Ziya Tabassian, die in der Fremde des kanadischen Quebec das Eigene, die Musik des mediterranen Raums, des osmanischen Reiches und Persiens für sich entdeckt haben. Aber auch Barbara Furtuna haben sich das Bewahren auf die Fahne geschrieben, widmen sich korsischer Polyphonie und tragen dazu bei, dieses Erbe zu erhalten. Morgen, Donnerstag, gibt’s unter der Überschrift "Musik, die wir sind" dann einen weiteren Beitrag der Reihe Okzident trifft Orient: Dafür haben der iranische Sänger Alireza Ghorbani sowie der Tar-Spieler und Komponist Ali Ghamsari Partner auf Anregung von Stimmen-Chef Helmut Bürgel Auszüge aus Goethes West-östlichem Diwan vertont. Ergänzt wird dieser Teil mit der Lesung einzelner Passagen durch die bekannte Lyrikinterpretin Doris Wolters und Peter Schröder vom Basler Theater.

Werbung


Nach den Exkursionen ins Exotisch-Experimentelle kehrt das Festival in populärere Gefilde zurück und bietet in den abschließenden drei Doppelkonzerten ausnahmslos junge Sängerinnen als Zugpferd. Den Auftakt am Freitag machen die US-amerikanische in New Orleans lebende Stephanie Nilles mit ihrem lounge-lastigen Jazz, den Kritiker irgendwo zwischen Tom Waits und Ella Fitzgerald verorten; dazu treten das australische Singer-/Songwriterinnen-Duo Hussy Hicks auf. Am Samstag steht mit Patty Moon und Agens Obel junger, aber gleichwohl englischsprachiger, Pop aus deutschen Landen auf dem Programm. Patty Moon sind die Sängerin Judith Heusch und ihr Partner, der Multiinstrumentalist Tobias Schwab, die bei Riegel auf einem Bauernhof leben und mit traumverlorenen Songs aufhorchen ließen; Agnes Obel ist eine dänische Wahl-Berlinerin, deren Gesang Assoziationen an Suzanne Vega oder Katie Melua weckt und wie der von Patty Moon auch abtaucht in träumerische Sphären. Zum Abschluss am Sonntag gibt’s mit der deutschen Alien Coen Band und der US-Amerikanerin Krystle Warren noch eine Spur Underground.

Dann dürfte auch feststehen, ob "Stimmen" im Rosenfels den Platz im Wettbewerb der Kulturveranstaltungen behaupten kann. Denn selten war der regionale Kulturkalender so dicht besetzt wie am Wochenende: So gibt’s allein in der Stadt mit Baden in Blut und dem Kleinkunstfest Pssst! zwei weitere Veranstaltungen und außerhalb Lörrachs wird auch was geboten – das Kieswerk Open Air in Weil etwa oder das Theater im Hof in Kandern.

Autor: alb