Mehr als ein warmer Wasserstrahl

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 07. Dezember 2018

Offenburg

Offenburger Firma Meiko entwickelt Reinigungs- und Desinfektionsgerät für Atemschutzausrüstung / THW-Präsident zu Gast.

OFFENBURG (BZ). Mit einer Fachdelegation des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehren hat THW-Präsident Albrecht Broemme den Offenburger Stammsitz von Meiko besucht. Broemme ist zugleich Präsidiumsmitglied der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes und besuchte den Hygieneexperten im Zuge der Preisverleihung seines Gütesiegels "Safety made in Germany (SMG)". Meiko hat unter dem Namen "Top-Clean M" ein Reinigungs- und Desinfektionsgerät für Atemschutzausrüstung entwickelt.

Eine Atemschutzmaske, die "beim Mann" bleibt, nach dem Einsatz unter warmem Wasser abgespült und den Platz in ihrer Transportbüchse für ein Vesperbrot freimacht: In Zeiten von Richtlinien wie der "vfdb 0804", ist kaum vorstellbar, dass die Instandhaltung von Atemschutzgeräten der Feuerwehr vor 40 Jahren noch eine persönliche Angelegenheit war. Mit Albrecht Broemme erinnert sich ausgerechnet ein Präsidiumsmitglied der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) und der Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) an seine Anfangszeit als Feuerwehrmann. "Ich habe mein Vesperbrot zwar nicht in der Büchse aufbewahrt, aber mehr als einen warmen Wasserstrahl gab es auch für meine Atemschutzmaske nicht". Broemme blickte im Kreis von THW-Kollegen wie Dirk Winterscheid (Leitung Referat Technik) und Marcel Walter (Bundesschule THW), Markus Gnirck (THW Stuttgart) und Carsten Busam (THW Offenburg) sowie im Beisein von Feuerwehrkollegen zurück – und sorgte für ungläubiges Kopfschütteln.

Geschuldet war der Ausflug in die Vergangenheit einer Einladung des baden-württembergischen Hygieneexperten Meiko. Der Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionstechnik hatte die Fachdelegation im Nachgang der Auszeichnung mit dem Gütesiegel "Safety made in Germany (SMG)" für "Top-Clean M" versammelt. Ausgezeichnet wurde das Reinigungs- und Desinfektionsgerät auf der Fachmesse A+A in Düsseldorf. Beim Offenburger Unternehmen erfuhren die THW-Vertreter die Hintergründe zur Entstehung des Top-Clean M. Dieser setzt in der Maskenaufbereitung mittlerweile den Maßstab und ist auch in der Welt der Maskenhersteller arriviert.

Ralf Wieseke, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Lahr und Atemschutzgerätewart, ließ Revue passieren, wie gut die Zusammenarbeit mit Meiko und weiteren Atemschutzgerätewarten funktionierte, bis das Meiko-Gerät so weit war, die Atemschutzwerkstätten kleiner Feuerwehren, aber auch von Berufsfeuerwehren und Industriebetrieben zu erobern: "Welche Vorteile die Maskenaufbereitung mit Top-Clean M birgt, zeigte uns gleich nach der Installation des Geräts ein Kunstdünger-Brand. Die Masken waren mit Ammoniak beaufschlagt, was eigentlich bedeutet, dass die Membrane darin entsorgt werden müssen", so Wieseke. Weildie Masken schnell aufbereitet werden konnten mussten nur 60 statt 180 Masken in einen rollierenden Betrieb genommen werden: "Das ersparte uns den Verschleiß der Membrane, und weil wir nicht mehr manuell reinigten, sondern maschinell, verkürzte sich die Aufbereitungszeit von einer Woche auf 2,5 Tage."

Albrecht Broemme nahm diesen Bericht als weitere Bestätigung für den Preisträger Meiko: "Sie haben mit der Entwicklung des Top-Clean M einen Schritt in die richtige Richtung unternommen. Es war deshalb auch richtig, dass wir Ihnen den Preis Safety made in Germany verliehen haben. Auf den Kollegen in der Atemschutzwerkstatt lastet eine riesige Verantwortung." Auch wenn die Anschaffung des Meiko-Gerätes eine nicht unerhebliche Investition bedeute, so bringe sie doch einen klugen Personaleinsatz mit sich und sei schnell amortisiert.

Thomas Peukert, Leiter Entwicklung und Konstruktion bei Meiko, bedankte sich für das Lob. Vor mehr als 90 Jahren habe Meiko mit dem Bau von Geschirrspülmaschinen bereits erkannt, dass es sich lohnt, bestimmte Arbeiten nicht mit der Hand zu verrichten. Die Geräte zur Aufbereitung von Atemschutztechnik seien eine spannende und erfolgreiche Erweiterung des Portfolios.