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02. Dezember 2011 15:48 Uhr

Kampf dem Husten

Mehr als ein Weihnachtsbaum: Die Weißtanne

Ihr Holz wird zu Möbeln verarbeitet, ihre Zweige schmücken an Weihnachten Sterne. Doch die Weißtanne kann mehr, hilft vor allem bei Husten. Das machte sich schon der Großvater des BZ-Pflanzenexperten Frank Hiepe zu Nutze.

  1. Zweig einer Weißtanne. Foto: Claudia Füßler

WEISS-TANNE (Abies alba)

Pflanzenfamilie
Kieferngewächse(Pinaceae)
Zu der Familie zählt auch die Gewöhnliche Fichte oder Rottanne(Picea abies). Der Name "Weiß-Tanne" leitet sich von der im Gegensatz zur Fichte hellen Borke ab.

Vorkommen
Mittel-und Osteuropa

Blütezeit
April-Juni

Gewusst?
Die weiblichen Blütenzapfen befinden sich an der Oberseite der Zweige im Gegensatz zur Fichte, bei der sie an den Zweigen hängen.

Weiß-Tannen können ein Alter von 500-600 Jahre erreichen.

Bei der EXPO 2000 in Hannover stützten Tannenstämme aus Gersbach das Holzdach des Deutschen Pavillon.

Auf den Tannen siedeln sich Misteln (Viscum album,subsp.abietis) an, die vorwiegend von anthroposophischen Arzneimittelherstellern zu in der Krebstherapie eingesetzten Arzneimitteln verarbeitet werden.

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Geschichte und Aberglaube
Im Mittelalter war die Tanne Symbol für Kraft. Das Harz wurde zur Wundheilung, bei Rheuma und gekaut zur Festigung des Zahnfleisches verwendet. Sebastian Kneipp empfahl Bäder aus Tannenspitzen bei rheumatischen Beschwerden, einen Absud aus den Zapfen und ließ einen Tannentee aus frischen Trieben zur Förderung des Auswurfes herstellen.

Mein Großvater Dr. Eduard Hiepe entwickelte in den 20er Jahren mit einem Pfarrer aus Häg einen Hustensaft aus frischen Tannentrieben und Tannenhonig, der heute noch als "Tannenblut" im Handel ist.

Wegen des Vitamin C-Gehaltes fand ein mit Bier oder Wasser hergestellter Trank aus den Tannenspitzen Anwendung bei Skorbut.

Tannensterben
Abgase wie Schwefeldioxid setzen der Tanne zu: Sie bewirken eine Störung des Wasserhaushaltes.

Als Weihnachtsbaum

Der geschmückte Weihnachtsbaum oder Christbaum wurde vorwiegend im 19. Jahrhundert Brauch in Deutschland und verbreitete sich inzwischen über die ganze Welt.

Hebel erwähnte in seinen alemannischen Gedichten einen geschmückten Baum. Ebenso Goethe in den "Leiden des jungen Werther".

Inhaltstoffe
Das ätherische Öl der Nadeln, frischen Zweige und Zapfen enthält die Terpene Bornylacetat, Pinen, Limonen, Camphen und Phellandren.

Anwendung
Das ätherische Öl hat auswurffördernde, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde Eigenschaften und wird zu Inhalationen bei Schnupfen und Husten, zum Einreiben und für Bäder verwendet. Ein wässriger Auszug aus den Zweigen und Trieben findet Verwendung bei Bädern.

Homöopathie
Abies nigra bei Magenbeschwerden

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Autor: Frank Hiepe