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27. Juni 2012

Mehr Plätze für ganz Kleine

Die Gemeinde Schwanau reagiert auf die Ergebnisse der jüngsten Elternbefragung.

SCHWANAU. Die Gemeinde Schwanau erweitert die Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Zum neuen Kindergartenjahr werden für sie zwei neue Plätze in Nonnenweier und zwei im katholischen Kindergarten Ottenheim geschaffen. Dafür fällt ein Platz für Kinder über 3 Jahren weg. Die Gemeinde reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an Kleinkindbetreuung.

Eigentlich hat Schwanau seine Hausaufgaben gemacht. Die vom Städte- und Gemeindetag empfohlenen 35 Prozent Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, also für jedes dritte Kind, hat die Gemeinde erreicht, sagte Kämmerer Wolfgang Funk der BZ am Dienstag.

Allerdings liegt der Bedarf weitaus darüber, wie die turnusgemäße Umfrage unter Schwanauer Eltern ergeben hatte. Den Eltern ging es laut Verwaltung in ihren Antworten hauptsächlich um die Ausweitung von Plätzen und nicht von Zeiten. Ein Babyboom, speziell in Ottenheim, ließ den Bedarf hochschnellen. Auf das Auswertungsergebnis reagierten nun kurzfristig die Gemeinderäte in der Sitzung am Montag. Sie waren einstimmig für die Erweiterung der Betreuung für unter Dreijährige (siehe Info). Inbegriffen ist die Aufstockung des Personals um rund eine halbe Stelle, für die die Ausschreibung nun erfolgt. Die Aufstockung der Plätze gelingt noch ohne bauliche Veränderungen, lediglich die Betriebserlaubnis in der Kindertagesstätte in Nonnenweier und im katholischen Kindergarten von Ottenheim musste geändert werden.

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Die Schwanauer Eltern und die Kindergärten rechnen weiterhin mit einem steigenden Betreuungsbedarf für die ganz Kleinen. Hier müsse die Gemeinde nochmal mit einem langfristigen Konzept ran, sagte Funk. Denn die Plätze für unter Dreijährige seien begrenzt. Funk, zuständig für die Betreuungsplanung der Gemeinde, runzelt die Stirn bei dieser Aufgabe. Es sei kaum absehbar, wie viele Eltern angesichts des Betreuungsgelds ihr Kleinkind in einer Einrichtung betreut haben wollen, wohin der Geburtentrend geht und der Trend, schon ganz kleine Kinder in den Kindergärten unterzubringen. Die Verwaltung hat das erklärte Ziel, den Bedarf möglichst zu decken – zumal vom Kindergartenjahr 2013/14 an ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Einjährige besteht. Angedacht ist, den evangelischen Kindergarten in Ottenheim zu erweitern.

Insgesamt klopfen sich der Gemeinderat und die Verwaltung auf die Schultern: Drei Eltern lobten in den Bedarfsfragebögen ausdrücklich das vielfältige Betreuungsangebot, von der Krippenkindbetreuung bis zum Schulhort. Allerdings könne sich die Gemeinde auch nicht um alle Bedürfnisse kümmern, findet die Verwaltung. Einige Eltern hatten rückgemeldet, dass sie berufsbedingt eine noch individuellere Betreuung für ihren Nachwuchs bräuchten. Hier verwies die Gemeinde auf die Tageseltern. Tagesmütter in Schwanau bieten 13 Plätze für unter Dreijährige an, von denen derzeit acht belegt sind.

Am Schluss klinkte sich Gemeinderat Andreas Biegert (FWV) mit einer Frage ein, die sich auf das Mittagessen in den Einrichtungen bezog. Die Schüler der Bärbel-von-Ottenheim-Schule könnten tageweise buchen, die Eltern von Kindergartenkindern jedoch müssten fünf Tage die Woche zahlen, auch wenn das Kind nur drei Mal esse. Grund sei die einfachere Abrechnung, so Bürgermeister Wolfgang Brucker. Er versprach, den Umstand genauer zu beleuchten, stellte aber fest: "Bei uns landet nichts von dem übrigen Geld."

KITA NONNENWEIER

Plätze bisher: 20 Kinder über 3 Jahre

Plätze neu: 22 Kinder über 3 Jahre (+2) und 2 Kinder unter 3 Jahre (+2)

Kath. kiga Ottenheim

Plätze bisher: 31 Kinder über 3 Jahre und 8 Kinder unter 3 Jahre

Plätze neu: 28 Kinder über 3 Jahre (-3), 10 Kinder unter 3 Jahre (+2)

Unterm Strich: 4 zusätzliche Plätze für Kinder unter 3 Jahre, ein Platz weniger für Kinder über 3 Jahre. Insgesamt werden in Schwanau derzeit fast 50 Kinder unter 3 Jahren betreut.  

Autor: ude

Autor: Ulrike Derndinger