Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. Juli 2012

Mehr Platz für die Kinder

Die beiden kirchlichen Betreuungseinrichtungen in Merzhausen sollen ausgebaut werden.

  1. Muss ausgebaut werden: der katholische Kindergarten St. Gallus. Denkbar wäre die Aufstockung um ein Geschoss. Foto: Tanja Bury

  2. Die Turnhalle ist schon lange zu einem Gruppenraum geworden. Foto: Tanja Bury

MERZHAUSEN. Der katholische Kindergarten platzt aus allen Nähten, der evangelische Kindergarten ist baufällig, beide genügen heutigen Standards nicht mehr. Das muss sich ändern, sind sich Kirchengemeinden und politische Gemeinde einig. Wie Aus-, Um- und eventuell auch Neubau aussehen könnten, wurde den Gemeinderäten jetzt gezeigt.

"Wir wollen und müssen die Einrichtungen an die heutigen Anforderungen anpassen", sagte Bürgermeister Christian Ante. Da die Kinderbetreuung sich mehr und mehr auf den ganzen Tag ausdehne, brauche es Schlafräume und Möglichkeiten für Kinder und Erzieherinnen, gemeinsam zu essen. Außerdem sollen die Betreuungsangebote nach den Wünschen der Eltern und den finanziellen Möglichkeiten der politischen Gemeinde weiter ausgebaut werden. Sie wird mit 70 Prozent auch den größten Teil der anstehenden Baukosten stemmen.

Rund 100 Kinder, aufgeteilt in fünf Gruppen, besuchen derzeit den katholischen Kindergarten St. Gallus. Die eigentliche Turnhalle des Kindergartens ist schon seit längerem zum Gruppenraum umfunktioniert, im Flur legen die Sprösslinge nicht nur ihre Jacken ab, sondern er wird auch als Lagerraum genutzt. Von den ins Pfarrzentrum ausgelagerten Schlafräumen will Kindergartenleiterin Elisabeth Schneider gar nicht erst sprechen.

Werbung


Eine Möglichkeit, mehr Platz zu bekommen, ist ein Anbau an die katholische Bücherei, in den Garten des Kindergartens hinein. Mit diesem ebenerdigen Weiterbau für rund 1,52 Millionen Euro würde der Kindergarten 355 Quadratmeter zusätzlichen Raum erhalten. Eine weitere Variante ist die Aufstockung. Ein zweites Geschoss biete 477 Quadratmeter Fläche, die Kosten betragen 1,384 Millionen Euro. Bürgermeister Ante und die Gemeinderäte sprachen sich deutlich für dieses Modell aus: Es bringt mehr Fläche und ist zudem günstiger und schöner. Auch Kindergartenleiterin Schneider ist gegen den ebenerdigen Weiterbau: "Er bringt uns lange Wege und nimmt uns den Garten."

Im evangelischen Kindergarten St. Johannes bestehen bislang 1,5 Gruppen, das Angebot aber soll auf zwei, längerfristig sogar auf drei Gruppen ausgebaut werden. Eine Sanierung des maroden Gebäudes mit Einbeziehung des Obergeschosses kostet rund eine Million Euro, bringt aber nur die Möglichkeit für eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten. Ein Neubau für zwei Gruppen kostet 1,266 Millionen Euro, ein Neubau mit Erweiterungspotenzial 1,533 Millionen Euro. Es werde wohl auf einen Neubau hinauslaufen, war im Gemeinderat zu hören.

"All diese Zahlen sind nur Grobschätzungen", gab Bürgermeister Ante zu bedenken. Nachdem sowohl Andreas Schonhardt (CDU) als auch Ulrike Zimmer (Bündnis 90/Die Grünen) klar gemacht hatten, dass der Gemeinderat hinter den Aus- und Neubauplänen steht, wurde die Verwaltung einstimmig mit folgenden Hausaufgaben beauftragt: Nach einem Blick auf die Entwicklung der Kinderzahlen und dem Erstellen eines Raumprogramms nach den derzeit geltenden Vorgaben soll die wirtschaftlichste Lösung gefunden und nach Fördermöglichkeiten gesucht werden. Bürgermeister Ante hofft hier auf den Ausgleichsstock, da es keine spezielle Fachförderung gibt.

Autor: Tanja Bury