Kriminalstatistik

Mehr schwere Sexualdelikte in Baden-Württemberg

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 08. November 2018 um 20:20 Uhr

Südwest

Eine Gesetzesänderung – der neue sogenannte "Grapscher-Paragraf" – sorgt für höhere Zahlen der ansonsten zurückgehenden Delikte. Die schweren Fälle nehmen jedoch zu.

In Baden-Württemberg lag die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Jahr 2017 mit 4977 Fällen deutlich unter der des Vorjahres (5406) und der des Jahres 2013 (5255). Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik des Landes hervor. Die ebenfalls oft genannte Zahl von 6110 solcher Delikte im Jahr 2017 beruht auf einer Gesetzesänderung.

Seit 2017 fällt es ebenfalls unter diese Deliktart, wenn eine "Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt" wird. Das ist der umgangssprachlich als "Grapscher-Paragraf" bezeichnete Paragraf 184i. Während die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im genannten Zeitraum zurückgegangen ist, hat die Zahl der besonders schweren Sexualdelikte wie Vergewaltigung und sexuelle Nötigung im gleichen Zeitraum zugenommen. Im Jahr 2013 wurden in Baden-Württemberg 848 solcher Delikte verzeichnet, 2016 waren es 803, und 2017 stieg die Zahl der Fälle auf 1092 an.

Wie ist die Lage in Freiburg?

In Freiburg sank die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 138 (2016) auf 118 (2017), im Jahr 2013 waren es 120 Fälle. Inklusive des neuen Paragrafen 184i waren es 2017 jedoch 172 Fälle. Besonders schwere Sexualdelikte wurden 2017 insgesamt 44 Mal in Freiburg angezeigt, in 16 Fällen hatte der Täter eine flüchtige oder keine Beziehung zum Täter. Ein Jahr zuvor lag die Zahl bei 41 Delikten, in 24 Fällen kannten Opfer und Täter sich nicht näher.

Die Zahl der Sexualstraftaten sei in Freiburg 2018 deutlich angestiegen, teilt das Polizeipräsidium Freiburg mit. Genaue Zahlen wurden nicht genannt.