Mehrstimmig und eindrücklich

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mo, 27. August 2018

Riegel

Hutch Hensle und der Chor La Dolce Coro begeisterten in Riegel.

RIEGEL. Sommerliche Kleider, bunte Hemden: Der Chor war ganz auf Sommer eingestellt. Doch es sollte nach langen Wochen der Hitze der erste regnerisch-kühle Abend sein. "Unser Konzert war für außen geplant. Aber hier drin ist es auch schön", kommentierte Hutch Hensle ungerührt. Und das Publikum ließ sich auch so von den sieben Sängern und ihrem singenden Leiter am Piano Hutch Hensle mitreißen.

Schwungvolle Songs aus den Sparten Rock, Pop, Latin und Gospel sorgten in der voll besetzten Kumedi für beste Unterhaltung. "Viel Augenmerk auf den Groove und feine, mehrstimmige Ideen" versprach die Ankündigung. Und tatsächlich setzte Hutch Hensle mit seinen Arrangements – passgenau auf diese Besetzung erarbeitet – immer wieder Akzente. Da wurden in die angekündigten Songs (wie "Little bitty pretty one") andere ("Highway to Hell") fast unmerklich hineingeschnitten, die so für eine Rhythmusunterbrechung und damit einen neuen Spannungsbogen sorgten. Das Gebet des Gospelsongs "Hand it Over" wiederum endete in einer Endlosschleife – und schuf damit besondere Intensität.

Seit 2015 arbeitet Hensle mit dem Chor La Dolce Coro zusammen, der sich als "Pop Vocal Projekt" bezeichnet. Am Freitagabend waren Michaele Kortlüke, Annette Seeh (Sopran), Melanie Kamenisch, Cornelia Schmidt, Andrea Rembold (Alt) und Bertram Jenisch sowie Ralf Obrecht (Tenor) zu hören. Abwechslung erhielt das zweimal 45 Minuten dauernde Programm durch je zwei eingebettete Einlagen. Da waren zum einen die "live lyrics" von Cornelia Schmidt. Zur Melodie von Ottis Reddings "Sittin’ on the Dock of the Bay" sowie Billy Joels "Honesty" trug die Schauspielerin deutsche Zeilen vor, die sich am Originaltext orientierten. Zum anderen widmete sich Hutch Hensle im Duett mit Tochter Annika mit "Bridges" und "You are the Reason" moderneren Songs. "Von meiner Tochter ausgesucht", sagte der sichtlich stolze Vater.

Einen Höhepunkt setzten der Musiker und die Sänger mit ihrem besonderen Arrangement des eindrücklichen Songs "Cathedral" von Crosby, Stills, Nash & Young. Zum "Kumedi machen" rief Hensle das Publikum bei den beiden Latin-Nummern "Sway" und "Mas que nada" auf. Mit Erfolg: Anfangs eher zögerlich, standen bald schon fast alle Besucher und tanzten. Durch Mitklatschen, Mitsingen und Mitpfeifen sprang der musikalische Funke von der Bühne auf den Zuschauerraum über.

Mit langanhaltendem stehendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für das Konzert und wurden mit zwei Zugaben belohnt.