22-stellige Kontonummern sind grober Unfug

Wolfgang Mulke

Von Wolfgang Mulke

Sa, 14. August 2010 um 13:14 Uhr

Debatte

Mit aller Macht will die Europäische Kommission den Bürgern neue Kontonummern aufzwingen. Dieses zentralistische Gehabe ist völlig überflüssig. Es kostet die Verbraucher Geld und Nerven. Daueraufträge und Lastschriften müssen erneuert, womöglich auch Briefbögen neu gestaltet und gedruckt werden. Alte Menschen sollen sich eine Kontonummer mit 22 Stellen merken. Das sind Überweisungsfehler programmiert. Von der Verunsicherung der Bankkunden einmal ganz abgesehen.

Es gehört eigentlich kein großer Menschenverstand dazu, diesen Plan als groben Unfug zu qualifizieren. Ein einheitliches Zahlungssystem in der EU mag ja im Sinne des europäischen Zusammenwachsens sinnvoll sein. Der Wirtschaft wird es das Leben erleichtern. Für die privaten Haushalte bringt die Umstellung hingegen so gut wie nichts. Das Argument einer besseren Bargeldversorgung auf Reisen ist ebenso ein Randthema wie der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr. Kaum ein Konsument kauft Waren in anderen EU-Staaten und bezahlt sie per Banküberweisung.

Aus Sicht der Verbraucher ist das Zahlungssystem überflüssig. Technisch dürfte es zudem gar kein Problem sein, dass die Bürger weiter mit den ihnen vertrauten Bankdaten ihre Geschäfte abwickeln. Eine gute Software kann sicher zweigleisig fahren und die gute alte Kontonummer für den internen Bankverkehr in die umstrittene neue Kombination umwandeln. Man kann nur hoffen, dass der Bundesfinanzminister sich in Brüssel mit seinem Widerstand gegen das Kommissionsplan durchsetzt und in der alltäglichen Praxis für die Verbraucher alles beim alten bleibt.

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