Unterm Strich

Bier - ein facettenreiches Gebräu

kerl

Von kerl

Fr, 22. September 2017

Kolumnen (Sonstige)

Bier macht glücklich, zu viel Bier macht dick / Von Holger Knöferl

"Bier formte diesen wunderschönen Körper!" Zu dumm nur, dass der Träger eines T-Shirts mit dieser Aufschrift eigentlich genau darüber gerade nicht verfügt: über einen wunderschönen Körper. Für gewöhnlich wölbt sich hier über dem Gürtel eine respektable Kugel.

Nun: Der Gerstensaft eignet sich offenbar recht gut zur Verdrängung der Wirklichkeit. Nicht ausschließlich übrigens wegen der Wirkung des Alkohols. Da steht zum Beispiel die steile These im Raum, dass derjenige abnimmt, der nur genug kaltes Bier trinkt. Die Logik dahinter: Der Körper verbraucht zum Erwärmen der Flüssigkeit mehr Energie als im Bier enthalten ist. Das ist natürlich Unsinn, weil – vereinfacht gesagt – dieser Berechnung ein ziemlich flapsiger Umgang mit den Maßeinheiten zugrunde liegt, auf denen die Berechnung fußt.

Nun soll an dieser Stelle nicht des Deutschen liebster Trank schlechtgeredet werden. Im Gegenteil. Denn Forscher der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen haben jetzt in Bier einen Stoff entdeckt, der glücklich macht. Hordenin heißt der, kommt in Gerstenmalz vor und ähnelt dem als Glückshormon bekannten Dopamin. Und es kommt noch besser: Weil Hordenin über einen anderen Signalweg im Gehirn wirke als Dopamin, hat es das Zeug dazu, noch glücklicher zu machen. Das muss allerdings noch bewiesen werden, und zwar mit wissenschaftlichen Methoden.

Womit wir bei dem Gesichtspunkt angelangt wären, was nicht zu den wissenschaftlichen Methoden zählt. Der Besuch eines der zahlreichen Oktoberfeste zum Beispiel, verbunden mit dem Konsum von Maßbier über das vernünftige Maß hinaus. Denn: Das macht weder einen wunderschönen Körper noch nimmt man davon ab. Schlimmer noch: Es macht den Geldbeutel leer, den nächsten Tag zur Qual und führt im schlimmsten Fall zu Schlagzeilen, die wir gar nicht lesen wollen. Denn wie wusste schon der gute alte Paracelsus: "Die Dosis macht das Glück." Oder so. Prost.