Wohnungsnot in Breisach

RHEINGEFLÜSTER: Den sozialen Frieden wahren

Agnes Pohrt

Von Agnes Pohrt

Sa, 13. Januar 2018

Breisach

Der zweite Bauabschnitt des Breisacher Baugebiets Vogesenstraße ist schon dreifach überzeichnet. Diese Nachricht verkündete Bürgermeister Oliver Rein beim Neujahrsempfang mit einer gewissen Genugtuung. Hatte doch der Beschluss des Gemeinderats, in diesem Gebiet nur Einfamilien- und Doppelhäuser vorzusehen, auch für Aufruhr gesorgt. Keineswegs alle Gemeinderäte waren mit der Entscheidung einverstanden gewesen. Mal ganz ehrlich. Richtig überrascht haben dürfte die hohe Nachfrage nach Einfamilienhäusern wohl nicht. Träumt nicht fast jede Familie davon, ein Häuschen im Grünen ihr eigen zu nennen? Dank der andauernden Niedrigzinsphase scheint für viele der Wunsch erschwinglich zu werden. Doch es gibt immer noch deutlich mehr Familien, die sich diesen Wunsch niemals erfüllen werden können. Die steigende Nachfrage nach Bauland treibt die Grundstückspreise in die Höhe mit der Folge, dass auch die Mieten immer weiter steigen. Hinzu kommt, dass die meisten Kommunen seit Jahren nicht mehr in den sozialen Wohnungsbau investiert haben. Im dritten Bauabschnitt des Gebiets Vogesenstraße sollen mehrgeschossige Häuser mit Wohnungen entstehen. Bürgermeister Rein rechnet damit, dass bei der Planung für das Gebiet Vogesenstraße III im Gemeinderat kontrovers über Verdichtung und Gebäudehöhen diskutiert wird. Diese Diskussionen sind wichtig. Aber es sollte dabei nicht vergessen werden, dass auch in Breisach viele Familien händeringend nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Vor diesem Hintergrund ist es noch immer unverständlich, dass nicht schon im Baugebiet Vogesenstraße II zumindest einige Mehrfamilienhäuser errichtet werden dürfen. Ein Dach über dem Kopf zu haben, darf nicht zum Luxus werden – sonst gerät der soziale Frieden in Gefahr.