Stammzellenspende

RHEINGEFLÜSTER: Guter Wille und viel Glück

Agnes Pohrt

Von Agnes Pohrt

Sa, 20. Januar 2018

Breisach

Im täglichen Nachrichtendschungel gibt es nicht viele Ereignisse, in denen das Glück die Hauptrolle spielt. Die Geschichte von Johannes Eppler, Niederrimsinger und erklärter Fan des EHC Freiburg, und einem zehnjährigen Jungen aus den USA gehört ganz sicher dazu. Eppler hat vor knapp einem Jahr in der Franz-Siegel-Halle in Freiburg an einer Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) teilgenommen. Aufgerufen dazu hatten der EHC und sein Fanprojekt. Er wollte einfach guten Willen zeigen, sagte Eppler im Nachhinein ganz bescheiden. Und viel musste er zunächst tatsächlich auch nicht tun. Denn bei einer Typisierung muss man sich lediglich die Wangeninnenseite mit einem Wattestäbchen abreiben lassen. Der gute Wille des 22-jährigen Niederrimsingers hat dazu geführt, dass dem zehnjährigen Amerikaner, der an Blutkrebs erkrankt ist, die Chance auf ein neues Leben eröffnet wurde. Die Gewebemerkmale von Johannes Eppler passten. Was für ein Glück! Eppler war sofort zur Spende bereit, auch als sich herausstellte, dass er zu den wenigen Spendern zählen würde, die hierfür eine Operation am Beckenkamm über sich ergehen lassen müssen. Der Zehnjährige ist auf dem Weg der Genesung. Und wenn es das Schicksal so will, werden Spender und Empfänger sich einmal treffen und ihr Glück miteinander feiern können. Viele Patienten mit der Diagnose Blutkrebs hoffen allerdings vergeblich auf einen solchen Zufall. Das liegt auch daran, dass noch immer viel zu wenige Menschen bereit sind, an einer Typisierungsaktion teilzunehmen. Alle 15 Minuten wird in Deutschland die Diagnose Blutkrebs gestellt, aber nur jede zehnte Erkrankte findet einen passenden Stammzellenspender. Die Geschichte von Johannes Eppler macht Mut und hoffentlich folgen viele seinem guten Beispiel.