Zusammenlegung der Wehren

RHEINGEFLÜSTER: Strukturreform ist alternativlos

Thomas Rhenisch

Von Thomas Rhenisch

Sa, 16. Dezember 2017

Vogtsburg

Jetzt ist es amtlich, was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen: Die Abteilungen der freiwilligen Feuerwehr in Vogtsburg werden künftig an einem Standort zusammengefasst. Wie genau und wo dies der Fall sein wird, gilt es noch zu regeln. Seit bald zwei Jahren haben sich mehrere Gremien vom Feuerwehrhauptausschuss bis zum Gemeinderat immer wieder mit der Zukunft der Vogtsburger Wehr befasst. Ein externes Fachbüro wurde eingeschaltet, ein Moderator hinzugezogen, Workshops wurden veranstaltet.
Am Ende war es dann klar: An einer effizienten Struktur und der Konzentration der Feuerwehren an einem Ort führt kein Weg mehr vorbei. Denn nur so kann die Leistungsfähigkeit der Wehr nachhaltig gewährleistet werden. Dieser Ansicht sind auch die Vogtsburger Feuerwehrkameraden in ihrer überwiegenden Mehrheit, und darauf kommt es in erster Linie an. Denn sie müssen schließlich den Kopf hinhalten, wenn es brennt. Bereits heute gelingt es den wenigsten Feuerwehrabteilungen, eine Tagbereitschaft zusammenzubekommen. Viele Wehrleute sind frustriert und an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Die Bereitstellung von Mehrfachstrukturen bei Ausrüstung, Personal und Räumlichkeiten kostet zudem unnötig viel Geld, das an anderer Stelle für die Feuerwehr sinnvoller ausgegeben werden kann. Die Strukturreform der Vogtsburger Wehr ist daher alternativlos.
Klar, die örtlichen Feuerwehrabteilungen sind ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Vereinslebens und der Identität jeder Ortschaft. Diese gilt es zu bewahren. Das kann aber nur gelingen, wenn die Zeichen der Zeit erkannt werden und die Strukturreform zügig angegangen wird. Kameradschaft und örtliches Vereinsleben können nur erhalten werden, wenn es für junge Menschen weiterhin oder wieder attraktiv ist, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Oder wie es Bürgermeister Benjamin Bohn in der Gemeinderatssitzung formulierte: "Wenn keiner mehr Feuerwehr macht, gibt es keine Feuerwehr mehr." Es war an der Zeit, dass dieses heiße Eisen endlich angepackt wird.